Die Zahl illegaler Grenzübertritte in die Europäische Union ist 2025 laut Frontex um 26 Prozent auf rund 178.000 gesunken – der niedrigste Stand seit 2021. Die zentrale Mittelmeerroute bleibt dennoch Hauptmigrationsweg nach Europa.
Die Zahl der illegalen Grenzübertritte an den Außengrenzen der EU ist im Jahr 2025 um mehr als ein Viertel (26 Prozent) auf nahezu 178.000 gesunken. Dies geht aus ersten konsolidierte Zahlen der EU-Grenzschutzbehörde Frontex vom Donnerstag hervor. "Das ist ein Ergebnis stärkerer Außengrenzen und wirksamer internationaler Partnerschaften", sagte der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner (ÖVP), laut Aussendung.
"Diese Ergebnisse zeigen, dass unsere Migrationsdiplomatie wirkt. Angesichts einer äußerst instabilen globalen Lage bleiben wir wachsam und werden unsere Arbeit konsequent fortsetzen", so Brunner weiter. Laut Frontex entspricht der Zahl der Aufgriffe weniger als der Hälfte des im Jahr 2023 verzeichneten Gesamtwerts, es sei der niedrigste Stand seit 2021.
Frontex warnt, dass die Lage an den europäischen Außengrenzen weiterhin unsicher bleibe. Migrationsdruck könne sich rasch zwischen Routen verlagern und werde durch Konflikte, Instabilität und Schleppernetzwerke beeinflusst. Außerdem sehe sich Europa weiterhin dem Risiko ausgesetzt, dass feindlich gesinnte Akteure Migrationsbewegungen instrumentalisierten, um Druck auf die Außengrenzen der EU auszuüben.
Die am stärksten genutzte Migrationsroute nach Europa war 2025 weiterhin jene über das zentrale Mittelmeer mit 66.318 Aufgriffen bei irregulären Grenzübertritten. Gegenüber dem Jahr davor ist dies nur ein Rückgang von einem Prozent. 65.861 Versuche zur Einreise nach Großbritannien wurden im Ärmelkanal registriert - ein leichter Rückgang von drei Prozent. 51.399 Aufgriffe verzeichnete Frontex auf der östlichen Mittelmeerroute (minus 27 Prozent), 19.403 im westlichen Mittelmeer (plus 14 Prozent) und 12.525 entlang der Balkanroute (minus 42 Prozent), 10.846 an den östlichen Außengrenzen der EU (minus 37 Prozent). Über Westafrika wurden 17.280 illegale Grenzübertritte registriert, ein Minus von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr.