Mitten im Wahlkampf setzt Trump ein zentrales Versprechen durch – das Parlament stimmt seiner Steuerreform zu.

Mitten im Wahlkampf setzt Trump ein zentrales Versprechen durch – das Parlament stimmt seiner Steuerreform zu.
Mit 218 zu 214 Stimmen hat das US-Repräsentantenhaus das von Präsident Donald Trump eingebrachte Steuer- und Ausgabengesetz verabschiedet. Das Gesetz, das unter dem Namen „One Big Beautiful Bill“ firmiert, soll zentrale Wahlkampfversprechen Trumps finanzieren. Die knappe Mehrheit kam trotz Widerstand aus den eigenen Reihen zustande. Zwei republikanische Abgeordnete stimmten gegen das Paket, während die Demokraten geschlossen ablehnten.
Der „One Big Beautiful Bill“ ist ein umfassendes Steuer- und Ausgabengesetz, das zentrale Wahlkampfversprechen von Donald Trump umsetzt und die US-Finanz- sowie Sozialpolitik grundlegend verändert.
Im Vorfeld der Abstimmung hatte der demokratische Fraktionschef Hakeem Jeffries mit einer über achtstündigen Rede versucht, das Votum zu verzögern. Dennoch konnte der Abstimmungsprozess in der Nacht auf den 3. Juli abgeschlossen werden – rechtzeitig vor dem von Trump gesetzten Ultimatum zum Unabhängigkeitstag.
Das Gesetz sieht umfangreiche Steuererleichterungen vor, insbesondere für Unternehmen und Gutverdiener. Maßnahmen wie steuerfreie Trinkgelder, Abzüge für Senioren sowie die dauerhafte Entfristung von Trumps Steuerreformen aus dem Jahr 2017 sollen die Wirtschaft ankurbeln. Gleichzeitig werden staatliche Sozialprogramme wie Medicaid, Lebensmittelhilfen und Studienkredite um über 1,7 Billionen US-Dollar gekürzt.
Zur Finanzierung der geplanten Ausgaben – darunter 350 Milliarden Dollar für Verteidigung und Migrationspolitik – wird die Schuldenobergrenze um fünf Billionen Dollar angehoben. Das unabhängige Congressional Budget Office warnt vor einem Anstieg des Staatsdefizits um etwa 3,3 Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren. Konservative Republikaner kritisieren das Paket daher als haushaltspolitisch riskant.
Ein neuer Paragraf im Steuergesetz (§ 899 IRC) betrifft auch ausländische Investoren, etwa aus der Schweiz, Österreich oder Deutschland. Diese sollen künftig mit höheren Quellensteuern belegt werden, sofern ihre Herkunftsländer aus US-Sicht als steuerlich unfair gelten. Kritiker sehen darin eine protektionistische Maßnahme mit möglichen Auswirkungen auf bilaterale Wirtschaftsbeziehungen.
Das Gesetz ist 940 Seiten lang und wird von Kritikern als einseitig zugunsten der Wohlhabenden und Unternehmen bewertet, während Millionen Menschen Sozialleistungen verlieren könnten. Es wird erwartet, dass die Reform erhebliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft, die Staatsverschuldung und internationale Wirtschaftsbeziehungen haben wird
