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Signa: Erste Gläubigerversammlung am Handelsgericht Wien

19-12-2023, 10:20

Rund drei Wochen nach Beginn des Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung der Signa Holding tritt am Dienstag eine bedeutende Entwicklung ein: Die erste Gläubigerversammlung wird am Handelsgericht in Wien abgehalten.

Ein zentraler Punkt der Versammlung ist der Bericht des Sanierungsverwalters über die Möglichkeit einer kostendeckenden Fortführung der Geschäfte. Im Unterschied zum Fall Kika/Leiner gehört der Staat, laut Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur, nicht zu den Hauptgläubigern der Signa Holding.

Unternehmen hat Gäubigern Sanierungsquote von 30 Prozent vorgeschlagen

Das Unternehmen hat seinen Gläubigern eine Sanierungsquote von 30 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, vorgeschlagen. Dies entspricht etwa 1,5 Milliarden Euro von den gesamten Passiva in Höhe von 5 Milliarden Euro. Ob diese Quote für die Gläubiger akzeptabel ist, bleibt laut Kreditschutzexperten ungewiss. Der Sanierungsverwalter Stapf wird in der Versammlung auch über die Werthaltigkeit der Beteiligungen berichten, um eine Entscheidung über die Fortsetzung des Sanierungsverfahrens zu treffen, wie Cornelia Wesenauer vom Gläubigerschutzverband AKV im Ö1-"Morgenjournal" erläuterte. Der AKV bestätigt, dass der Signa die Eigenverwaltung beibehalten wird, da diese für die Gläubiger keinen Nachteil darstelle.

Peschorn kritisiert "gelebte Intransparenz" bei Signa

Peschorn kritisiert die "gelebte Intransparenz" bei Signa und betont die Notwendigkeit von Transparenz sowohl innerhalb der Signa-Unternehmen als auch gegenüber Beratern und Investoren. Im Gegensatz zur Pleite von Kika/Leiner, bei der der Staat einer der größten Gläubiger war, ist die Republik bei Signa nicht in vorderster Linie betroffen. Peschorn warnt jedoch, dass die Insolvenz der Signa Holding den Immobilienmarkt destabilisieren und staatliches Eingreifen erforderlich machen könnte, da viele Finanzkrisen ihren Ursprung in Immobilienkrisen haben.

Peschorn fordert eine Untersuchung der Verantwortlichkeiten aller Beteiligten, insbesondere der Berater. Er betont, dass es nicht nur ein Einzelner gewesen sein kann, der über Jahre hinweg das Firmenkonglomerat aufbaute und Transparenz verhinderte.

Die Insolvenz der Signa Holding wurde am 29. November beantragt, gefolgt von der Zahlungsunfähigkeit einiger Tochtergesellschaften in Österreich und Deutschland, darunter SportScheck und die Informationstechnologie GmbH. Der stark verschachtelte Signa-Konzern ist das bisher größte Opfer der Turbulenzen am Immobilienmarkt, die durch steigende Zinsen, höhere Baukosten und das Ausbleiben großer Immobilientransaktionen verschärft wurden.

(APA/Red)

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