In der Wiener Innenstadt versammelten sich die Protestierenden bei klirrender Kälte und forderten mit Schildern und Trillerpfeifen die notwendigen Reformen und Gehaltsanpassungen.

In der Wiener Innenstadt versammelten sich die Protestierenden bei klirrender Kälte und forderten mit Schildern und Trillerpfeifen die notwendigen Reformen und Gehaltsanpassungen.
Der Protestmarsch setzte sich kurz vor 15 Uhr am Neuen Markt in Bewegung. Die Route führte zunächst an der Albertina vorbei bis zum Ring, von dort marschierte der Zug den Ring entlang vorbei am Wiener Rathaus bis zur Schottengasse und schließlich via Freyung und Graben zum Stock im Eisen Platz, wo für 16 Uhr die Abschlusskundgebung angesetzt war.
Auf teils selbstgestalteten Schildern forderten die Mediziner "mehr "Wertschätzung", "mehr Zeit für Ausbildung" oder warnten vor der "Schließung von Abteilungen" sowie der aus ihrer Sicht überschießenden Bürokratie ("Bis der Computer hochgefahren ist, ist der Patient tot"). Oftmals war dabei der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) Adressat: "Wir wissen, wo es ha(c)kt", "Unser Xundheitsystem hat einen Ha(c)ken".
Dass mittlerweile Gehaltsabschlüsse erzielt worden sind bzw. die Stadt höhere Zulagen in den Gemeindespitälern angekündigt hat, lässt die Ärztekammer unbeeindruckt. Gehen ihr die Maßnahmen doch zu wenig weit. Gefordert werden neben 30 Prozent mehr Gehalt Strukturreformen wie 30 Prozent mehr Personal, 30 Prozent mehr Zeit für Patientinnen und Patienten sowie 30 Prozent weniger Bürokratie.
Die von der Stadt präsentierten Maßnahmen hatte der Obmann der Kurie der angestellten Ärzte, Stefan Ferenci, als "Nebelgranate" bezeichnet. Die Gehaltsabschlüsse seien nicht ausreichend, um die "Marktkonformität" der Gehälter herzustellen. Zuletzt waren sowohl bei den Bediensteten im öffentlichen Bereich als auch in der Sozialwirtschaft Einigungen knapp unter der Zehn-Prozent-Marke präsentiert worden. Damit würde bestenfalls die Inflation abgegolten, und das nach Abschlüssen unter der Inflationsrate in den vergangenen Jahren, lautet die Argumentation.
Ferenci erklärte am Rande der Protestkundgebung, dass man immer "gesprächsbereit" sei. Man werde dem Gesundheitsstadtrat nun Zeit geben, darüber nachzudenken. Nötigenfalls wolle man aber im Frühjahr Kampfmaßnahmen ergreifen. Der heutige Protestzug habe zu keiner Beeinträchtigung in den Spitälern geführt. Angesichts von Grippe und Corona wäre ein "klassischer Streik" derzeit auch verantwortungslos.
(APA/Red)
