Laut der Kathpress ist der ehemalige ÖVP-Bundesrat und Rechtswissenschaftler Herbert Schambeck am Montag im Alter von 90 Jahren verstorben. Er wurde lange Zeit als einflussreicher Vermittler konservativer Kreise zum Vatikan angesehen und wurde in Verbindung gebracht mit der traditionellen Wende der römisch-katholischen Kirche nach Kardinal Franz König sowie den Bischofsernennungen von Hans-Hermann Groer und Kurt Krenn.
Er selbst stritt das zwar stets vehement ab, in heimischen Politik- und Kirchenkreisen galt Schambecks Strippenzieherfunktion jedoch stets als offenes Geheimnis. Das Ergebnis waren Personalentscheidungen, die in den Ortskirchen oft mit Bestürzung aufgenommen wurden und deren Spuren in der katholischen Kirche Österreichs bis heute noch erkennbar sind.
Würdigende Worte kamen am Montag von Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Karl Nehammer. Schambeck habe "stets mit ganzer Kraft an einer positiven Gestaltung unserer Gesellschaft gearbeitet. Mit ihm verlieren wir einen großen Österreicher", erklärte er in einer Aussendung. Gemeinsam mit ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker betonte er, dass man Schambecks Verdienste um Republik und Volkspartei für immer schätzen werde.
Schambeck wurde am 12. Juli 1934 in Baden bei Wien geboren. Von 1967 bis zur Emeritierung 2002 war der promovierte Jurist ordentlicher Universitätsprofessor für öffentliches Recht, politische Wissenschaften und Rechtsphilosophie an der Universität Linz. Von 1969 bis 1997 war er als ÖVP-Mandatar Mitglied des Bundesrates, mehrmals auch dessen Vorsitzender bzw. Präsident. Von 1993 bis 2009 war er Konsultor des Päpstlichen Rates für die Familie. Von Johannes Paul II. wurde er 1990 zum "Gentiluomo di Sua Santita" (Päpstlicher Ehrenkämmerer) ernannt.
Schambeck war Ehrenbürger in seiner Geburtsstadt Baden. Dort wird am 11. Oktober um 15.00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Stephan sein Requiem gefeiert. Anschließend findet die Beisetzung am Badener Stadtpfarrfriedhof statt.