Aufklärung darüber, wie es nun mit dem umstrittenen Heumarkt-Projekt weitergeht, forderten am Montag die Wiener ÖöVP und der erste Bezirk.
Die UNESCO hatte zuletzt gewürdigt, dass die Pläne für das Bauprojekt noch einmal überarbeitet wurden. Trotzdem rätselt man in der Volkspartei, wie die weiteren Schritten nun aussehen und was die Stadt unternimmt, damit das historische Zentrum von der "Roten Liste" der gefährdeten Welterbestätten genommen wird.
Wiener ÖVP fordert Auskunft über das Heumarkt-Projekt
Die UNESCO hatte nach ihrer jüngsten Sitzung in Saudi Arabien hervorgehoben, dass im Vorfeld der Sitzung seitens des Investors Wertinvest ein gegenüber den zuletzt veröffentlichten Entwürfen reduziertes Projekt präsentiert wurde. Dieses werde nun einer technischen und wissenschaftlichen Beurteilung unterzogen, hieß es. Dabei werde evaluiert, ob das Bauvorhaben mit der Welterbestätte vereinbar ist.
Wiener City seit 2017 auf der "Liste des gefährdeten Welterbes"
Dass die City seit 2017 auf der "Liste des
gefährdeten Welterbes" steht, hat mit dem geplanten Hochhausbau zu tun.
Seither wurde das Projekt immer wieder abgeändert bzw. reduziert. Erst
Ende Juni wurden abermals adaptierte Pläne veröffentlicht, die eine
"Wohnscheibe", einen Neubau des Hotel Intercontinental sowie eine frei
zugängliche Stadtterrasse, ein Konferenzzentrum und eine zentrale
Freifläche vorsehen.
Heumarkt-Projekt: Gebäudehöhe von 49,9 metern vermutet
Wie ÖVP-Planungssprecherin Elisabeth Olischar
am Montag in einer Pressekonferenz ausführte, kursiert nun eine
Gebäudehöhe von 49,9 Metern. Was dies nun konkret bedeutet, ist nach
Ansicht der ÖVP offen. Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan schreibe
etwa eine Mindesthöhe von 50 Metern vor. Fraglich sei nun, ob die
aktuelle Variante die Anforderungen hier erfülle - oder ob etwa
Ausnahmen bewilligt werden müssten.
UNESCO forderte Maximalhöhe von 43 Metern
Auch habe die UNESCO 43 Meter
als Maximalhöhe gefordert. Die ÖVP möchte nun wissen, ob es konkrete
Signale der UNESCO gibt, dass ein Überschreiten doch akzeptiert werden
könnte. Auch auf die Frage, ob nun ein weiteres Mal ein
Feststellungsverfahren im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung
nötig ist, wünscht die ÖVP eine Antwort.
Bezirksvorsteher der Wiener Innenstadt fordert Einbindung
Der Bezirksvorsteher der
Inneren Stadt, Markus Figl (ÖV), forderte zudem eine Einbindung seines
Bezirks. Das Bauvorhaben ist zwar im Bezirks Landstraße geplant, die
City sei jedoch am meisten betroffen, gab er zu bedenken. Es gehe auch
nicht darum, die Stadt unter einen Glassturz zu stellen, sonder darum,
dass vergangene Epochen weiter im Stadtbild sichtbar sein sollten, sagte
Figl.
Letzte Chance, die Streichung von der "Roten Liste" zu bewirken
Nun bestehe die letzte Chance, die Streichung von der "Rote
Liste" zu bewirken, gaben Figl und Olischar zu bedenken. Bis Februar
müsse alles auf Schiene sein. So lange gebe die UNESCO Wien
Zeit für die nächste Stellungnahme. Die Volkspartei fordert die Vorlage
eines Aktionsplans, in dem das weitere Vorgehen dargelegt werde. Die
Fragen zum Projekt will man am Mittwoch auch direkt an Bürgermeister
Michael Ludwig (SPÖ) richten - nämlich in der Sitzung des Gemeinderats.
Angekündigt wurde heute eine Dringliche Anfrage.