Wegen der geplanten Reform des Berufsbildes gehen am 20. September die Freizeitpädagogen wieder in Wien auf die Straße.
Die Freizeitpädagoginnen und -pädagogen, die wegen einer von der Regierung geplanten Reform ihres Berufsbildes im Frühsommer mehrmals auf die Straße gegangen waren, werden am Mittwoch kommender Woche neuerlich gegen die Pläne protestieren. Ende Juni hatten sie noch angekündigt, ihre Kampfmaßnahmen vorerst auszusetzen.
Die Kritik der Freizeitpädagogen richtet sich seit dem Frühjahr gegen die diskutierte Umwandlung ihres Berufsbilds zu "Assistenz- und Freizeitpädagogen", die auch Lernzeiten übernehmen bzw. auch im Unterricht mithelfen sollen. Laut einem ersten Entwurf des Bildungsministeriums sollen sie dafür künftig anders als bisher Matura haben müssen, umgekehrt würde die Dauer ihrer Ausbildung von zwei auf ein Semester halbiert. Mittlerweile wird allerdings auch eine Variante diskutiert, bei der es einfach eine längere Ausbildung für Bewerberinnen und Bewerber ohne Matura gibt.
Grünen-Bildungssprecherin Sibylle Hamann betonte gegenüber der APA,
dass die Verhandlungen zur Reform des Berufsbilds noch liefen. Der im
Mai bekanntgewordene Gesetzesentwurf sei "im Moment nicht relevant".
Herzstück der Reform sei, dass erstmals bundesweit alle "Assistenz- und
Freizeitpädagogen" eine einheitliche Ausbildung bekommen, so Hamann. Das
bedeute auch keine generelle Halbierung der Ausbildung, derzeit gebe es
immerhin in den meisten Bundesländern gar keine Ausbildung. Wie viele
Semester diese umfassen werde, sei noch in Verhandlung. Wesentlich bei
der Reform sei außerdem, dass das gesamte Personal in diesem Bereich in
den öffentlichen Dienst übernommen wird. "Und dagegen wehrt sich
natürlich eine private GesmbH ("Bildung im Mittelpunkt", Anm.) und die
Gewerkschaft der Privatangestellten."
Mit der Reform soll es erstmals einheitliche Ausbildung und Zugangsvoraussetzungen geben, außerdem soll die langfristig gesicherte Finanzierung ein Anreiz sein, das Angebot an Ganztagsschulen auszubauen.
Zuletzt hatten die Freizeitpädagogen am 15. Juni in Wien
und Graz ganztägig gestreikt. Für Mittwoch kommender Woche (20.
September, 9.00 Uhr) ruft der Betriebsrat der Einrichtung "Bildung im
Mittelpunkt" (BiM) - die an mehr als 140 öffentlichen Volksschulen den
Freizeitteil gestaltet - zu einer Protest-Versammlung im Wiener
Sigmund-Freud-Park (Votivpark) auf. Dabei soll auch ein Beschluss über
weitere Protest- und Streikmaßnahmen fallen, hieß es in der
Vorankündigung. Die Versammlung soll ein "erster sichtbarer Protest"
sein, "mit dem wir in den Herbst starten und zeigen: Wir sind
streikbereit!", so die Veranstalter.