Der US-Schauspieler John Malkovich inszeniert in Lettland das Theaterstück "Leopoldstadt", das die Geschichte einer jüdischen Familie in Wien über mehrere Generationen hinweg erzählt.
Das von der eigenen Familiengeschichte des 86-jährigen Oscarpreisträgers Tom Stoppard ("Shakespeare in Love") inspirierte Stück feierte seine Weltpremiere im Jänner 2020 im Londoner West End, eine deutschsprachige Fassung wurde erstmals am 28. April 2022 in Wien aufgeführt. In Riga wird es auf Lettisch mit englischen Übertiteln auf die Bühne gebracht.
"Ich
war schon immer von Wien fasziniert, und der Holocaust ist Teil der
Geschichte Österreichs und Wiens, ein sehr tragischer Teil.
Offensichtlich mag ich Tom Stoppard als Autor, und dieses Stück gefällt
mir wirklich gut", sagte Malkovich
dem lettischen Rundfunk vor der Premiere an diesem Freitag in Riga.
"Ich denke, es lohnt sich immer, daran zu erinnern, wozu Menschen fähig
sind - wundervolle Dinge und weniger wundervolle Dinge."
Wie es zum Holocaust im Zweiten Weltkrieg überhaupt kommen konnte, ist für Malkovich
nach eigenen Angaben unbegreiflich. "Auch für mich - ich bin kein Jude -
ist es ein großes Rätsel. Das Ausmaß ist so barbarisch, so unmenschlich
und so wahnsinnig grausam, dass es irgendwie die Vorstellungskraft
übersteigt, zu glauben, dass Menschen in der Lage wären, das zu tun, was
sie getan haben", sagte der Hollywoodstar ("Being John Malkovich").
Malkovich hatte zuvor 2022 ein umjubeltes Gastspiel in Lettland
als Schauspieler am Dailes Theater gegeben. Dessen Direktor habe ihn
dann gefragt, ob er Interesse hätte, selbst ein Theaterstück zu inszenieren. "Wir sprachen über eine Reihe von Stücken, aber am meisten begeisterte er sich für "Leopoldstadt"".