Übergriffe und Diskriminierungen sind in der Wiener Nachtgastronomie offenbar keine Seltenheit. Das zeigt eine Umfrage der Vienna Club Commission (VCC).
Das durchführende Forschungsinstitut Educult sah angesichts der Resultate Handlungsbedarf. Befragt zur Sicherheitssituation im Wiener Nachtleben wurden sowohl Gäste als auch Personen, die im Lokal- oder Veranstaltungskontext beschäftigt sind. Rund 2.200 Personen haben an der Online-Studie teilgenommen.
Übergriffe in Wiener Lokalen: Klarer Handlungsbedarf
Das Sicherheitsgefühl bzw. das Erleben problematischer Situationen hängen laut einer Aussendung stark von Merkmalen wie Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung ab. 65 Prozent aller Befragten haben zumindest einmal persönlich eine Diskriminierung, Belästigung oder einen Übergriff erlebt. 25 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie regelmäßig bzw. gelegentlich davon betroffen sind.
Mehr als drei Viertel haben bereits sexuelle Belästigung erfahren
Von allen teilnehmenden Personen haben mehr als drei Viertel laut Umfrage bereits eine sexualisierte Belästigung erfahren. Weitere häufige Diskriminierungen sind andere verbale und physische Übergriffe, Diebstähle, Einlassverweigerung, diskriminierende Ignoranz oder die unwissentliche Verabreichung von Betäubungsmitteln.
VCC stellt sich die Frage, wie man damit in Zukunft umgeht
"Ich
möchte mich stellvertretend für das gesamte VCC-Team bei allen
Mitwirkenden bedanken, dass es diese Daten jetzt gibt. (...) Zum Thema
Sicherheit im Wiener
Nachtleben müssen wir uns bei der VCC - aber auch wir alle - die Frage
stellen: Wie gehen wir in Zukunft damit um? Die Antwort ist: Wir dürfen
nicht müde werden, die Strukturen - auch die eigenen - kritisch zu
hinterfragen", betonte Martina Brunner von der Geschäftsführung der
Vienna Club Commission.
Wiener Clubs als Zufluchtsorte der Nacht, um dem Alltag zu entfliehen
Man müsse sich immer den Vorsatz vor Augen
halten, das jeweilige Gegenüber auf Augenhöhe zu behandeln: "Vor allem
im Club und auf Veranstaltungen, weil das für viele Personen
Zufluchtsorte der Nacht sind, um dem Alltag zu entfliehen."