Das Wetter war schlecht, am Finaltag der Beachvolleyball-EM in Wien auf der Donauinsel. Dennoch konnten die Organisatoren des Mega-Sportevents eine zufriedene Bilanz ziehen.
Veranstalter Hannes Jagerhofer erklärte am Sonntag bei einem Pressegespräch, dass insgesamt 67.000 Menschen in den fünf Turniertagen das Eventgelände besucht haben, mit Sideevents halte man gar bei 78.000. Wermutstropfen bleibt das aus heimischer Sicht schwache sportliche Abschneiden.
Der Finaltag bei der Beach-Volleyball-EM 2023 in Wien
"Es war eine brutale Woche, weil der Wetterbericht, der macht dich wirklich fertig. Da haben einem schon die Knie gewackelt. Aber es ist jetzt Gott sei Dank alles gut gegangen", war Jagerhofer angesichts der nasskalten Bedingungen froh. "Jeder, der die Bilder von Kärnten gesehen hat, kann nur sagen Danke, dass wir das quasi gut überstanden haben."
Viel Lob für die Atmosphäre bei der Beachvolleyball-EM 2023 in Wien
Viel
Lob gab es von zahlreichen Seiten für die Atmosphäre auf der Insel. Die
Zuschauer trotzten dem ab Freitag vorherrschenden Regenwetter und
sorgten für ein (stimmungs-)volles Haus auf der Insel und einen mehr als
würdigen EM-Rahmen. "Ich habe das jetzt von vielen gehört, so ein
Publikum hätten sie noch nie gesehen. Die Leute sind komplett nass, es
schüttet, sie stellen sich unter die Brücke, kommen wieder und machen
als ob nichts passiert wäre", so Jagerhofer. Der 61-Jährige erklärte,
man hätte sicher 30 bis 40 Prozent mehr Tickets verkaufen können. "Wir
hatten aber das Problem, dass wir nur die flache Tribüne bekommen haben,
deshalb war auch der Platz so groß."
Finaltag bei der Beach-EM
Viel Luft nach oben bei den heimischen Athleten
Viel Luft nach oben gibt es
bei den heimischen Athleten. "Es ist brutal gewesen. Beim Sportlichen
muss viel passieren", meinte Jagerhofer. Die sportliche Bilanz ähnelt
jener der EM am Wiener
Heumarkt vor zwei Jahren. Wie damals schieden auch diesmal die
rot-weiß-roten Paarungen frühzeitig aus. Julian Hörl/Alexander Horst
kamen als einzige Österreicher als Neunte in die Top-10 Europas. Bei den
Frauen gab es nur einen Sieg in sieben Partien, bei den Männern setzte
es in 14 Matches elf Niederlagen.
Österreichs Beachvolleyball-Spieler zeigten sich zerknirscht
Dementsprechend zerknirscht
zeigten sich auch die Athleten. "Es gibt nichts Bitteres als da zu
verlieren. Aber das treibt mich jeden Tag an", erklärte Martin Ermacora,
der 2019 mit Bronze die bisher letzte österreichische EM-Medaille
(damals mit Moritz Pristauz) gewonnen hat. Pristauz, der mit Robin Seidl
in der Zwischenrunde gescheitert war, gestand: "Wir haben unsere
Leistung nicht gebracht." Einig waren sich aber alle, was die Atmosphäre
auf dem Center Court betraf. "Es war cool, dass so extrem viele Leute
gekommen sind, um uns anzufeuern. Wir schätzen das sehr. Wir haben das
wirklich nicht so oft in unserer Saison. Es war eine megacoole
Stimmung", sagte Dorina Klinger.
Das finanzielle Resümee des Veranstalters
Beim finanziellen Resümee sprach
der Veranstalter von "Liebhaberei, weil der Aufwand viel zu groß ist. Es
ist keine Geschichte, die du wegen des wirtschaftlichen Erfolgs machst.
Du machst es, weil wahnsinnig viel Emotionen drinnen sind", so
Jagerhofer. "Wenn man es dann wirklich auf die nächste Ebene legt mit
einem Multisport-Event, dann kann das was Interessantes werden." Das ist
auch der Plan für 2025, wo auch Mountainbiker, Skater, BMX-Fahrer,
Kletterer oder Wasserskisportler zu sehen sein könnten. Im kommenden
Jahr gibt es eine Pause auf der Donauinsel, ein Ausweichstandort wird
noch gesucht.