Am Freitag, dem 28. Juli 2023, entern die Leftovers am Wiener Popfest mit ihrem im Vorjahr erschienenen Debütalbum "Krach".
Am 28. Juli 2023 treten die Leftovers am Wiener Popfest auf. Die junge Wiener Rockband befindet sich gerade am Weg nach oben und fühlt sich dabei ziemlich wohl. "Wir sind sehr happy in der Position, in der wir sind, und freuen uns auf alles, was noch kommt", meint Drummer Leon Eder.
Leftovers am Wiener Popfest am Karlsplatz am Freitag
Und das ist tatsächlich einiges: Der Nachfolger zum energetisch aufgeladenen, zwischen Punk, Rock und Alternative pendelnden Debütalbum ist quasi im Kasten, mit "Risse" wurde kürzlich ein erster Appetithappen vorgelegt und Ende November startet dann auch die erste eigene Headlinertournee. Kein Wunder also, dass die Stimmung im Hause Leftovers passt, obwohl Sänger Leonid Sushon im APA-Gespräch verschmitzt anmerkt: "Das ist ja voll positiv - dabei sind wir doch eigentlich eine negative Band." Dem Lachen nach zu urteilen, das auf diese Aussage folgt, wird hier aber nicht alles so ernst genommen, wie es zunächst vielleicht scheint.
Eder: "Die gute Freundschaft ist auch das, was uns ausmacht"
Ohnehin gilt für das Quartett, neben Eder und Sushon
bestehend aus Bassistin Anna Grobauer sowie Gitarrist Alex Waismayer,
dass viel durcheinander gequatscht wird und man sich gerne aufzieht.
"Die gute Freundschaft ist auch das, was uns ausmacht", nickt Eder. Was
aber nicht bedeutet, dass etwa der kreative Bereich immer komplett
konfliktfrei abläuft. "Anfangs waren eher Alex und ich die Songwriter.
Jetzt ist aber das Bewusstsein da, dass andere Leute auch etwas dazu zu
sagen haben und wir somit einen Mittelweg finden wollen", so Sushon.
"Ich liebe euch - aber manchmal trefft ihr echt die falschen Entscheidungen!"
Dafür
nötige Abstimmungsprozesse sind durchaus schwer zu verdauen. "Es ist
manchmal schon hart, wenn sich Meinungen treffen - was ja auch schwer
abzugrenzen ist von einem persönlichen Angriff." Bassistin Grobauer, die
wie Schlagzeuger Eder ihr Instrument erst als Teil der Gruppe erlernt
hat, fasst es kurz zusammen: "Ehrlich Leute, ich liebe euch - aber
manchmal trefft ihr echt die falschen Entscheidungen!" Was darauf folgt?
Natürlich wieder lautstarkes Lachen. Denn so heftig um Strukturen,
Riffs oder Texte gerungen wird, geht es Letztenendes um das Gemeinsame -
und das Wohl des Songs.
Leftovers mussten ihren Aufenthalt am Nova Rock verlängern
Auf die Nummern selbst mussten die Fans
Mitte Juni beim Nova Rock länger warten: Am Tag ihres Auftritts gab die
Bühnentechnik klein bei, weshalb die Leftovers ihren Aufenthalt im
Burgenland kurzerhand verlängern mussten und am Folgetag als
Abschlussband noch mal ran durften. Aber selbst ohne Licht und
Verstärker zeigte sich die treue Fangemeinde angetan von ihrer Band.
"Wir waren da die ganze Zeit schon auf der Bühne", erinnert sich
Grobauer an den Moment. "Dann einfach zwei Schritte vor - und schon
haben wir begonnen, mit ihnen zu kommunizieren."
Leftovers: Band-Mitglieder sind alle Anfang 20
Der Liveaustausch
ist der jungen Gruppe - alle Mitglieder sind Anfang 20 - ohnehin enorm
wichtig. Wobei der Umgang mit der eigenen Bühnenpersona herausfordernd
sei. "Manchmal sehe ich Künstler und denke mir: Du spielst eine viel
größere Person, als du eigentlich bist", sinniert Sushon. "Auch ich
komme als Frontsänger manchmal in diesen Konflikt. Ist es jetzt
authentisch, oder mache ich das nur, weil ich es woanders gesehen hab?"
Für Eder ist es ein "Grat zwischen Künstlersein und Entertainer", auf
dem man balanciert. Der Idealfall sei, "wenn man einfach loslassen
kann".
Gemeinsame Tournee mit Wanda war hilfreich
In dieser Hinsicht sei auch eine gemeinsame Tournee mit
Wanda hilfreich gewesen. "Es war cool zu sehen, wie bei ihnen das mit
dem Publikum funktioniert hat", unterstreicht Grobauer. "Natürlich kann
man sich da was abschauen, aber wir können das nicht einfach nur
nachmachen." Von Sänger Marco Wanda schwärmt die Gruppe in höchsten
Tönen. "Der ist authentisch as fuck", lacht Sushon. "Und da wird nicht
nach Handbuch vorgegangen. Er ist ganz im Moment. Es ist letztlich ein
Geben und Nehmen. Ohne Publikum passiert nichts, ohne uns passiert
nichts." Da scheint es auch einerlei, ob es Strom gibt oder nicht - die
Leftovers scheinen gekommen, um zu bleiben und sind live heuer auch beim
Jazzfestival Saalfelden (18. August) zu erleben.