Laut dem Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) wird die wochenlang angespannte Personalsituation in der Anästhesie der Klinik Wien-Favoriten schrittweise entschärft.
Anästhesistinnen und Anästhesisten aus anderen WIGEV-Spitälern wurden befristet für mehrere Monate fix der Klinik Favoriten zugeteilt, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Die Operationsleistung könne durch diese und weitere Maßnahmen bis Herbst kontinuierlich gesteigert werden.
Aufgrund von Pensionierungen und Abgängen in der Klinik Favoriten tätiger Fachärztinnen und -ärzte habe es "personelle und organisatorische Herausforderungen" gegeben, hielt der WIGEV fest. In den vergangenen Wochen hätten konstruktive Gespräche zwischen der ärztlichen Direktion der Klinik Favoriten, den chirurgischen Abteilungen der Klinik, der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin sowie der Generaldirektion des WIGEV stattgefunden, wurde betont.
Es seien neben der Unterstützung von Anästhesisten aus anderen WIGEV-Kliniken
bereits einige Maßnahmen gesetzt worden. Die Abteilungsleitung konnte
interimistisch neu besetzt werden und Leistungen der Abteilung wurden
vorübergehend in andere WIGEV-Spitälern sowie zum Teil an andere
Fondskrankenhäuser ausgelagert. So könne die OP-Leistung bis Herbst
kontinuierlich gesteigert werden - von derzeit und im restlichen Juli
viereinhalb OP-Tischen, auf fünf im August und geplant sechs ab Oktober.
Vor der Corona-Pandemie wurden in der Klinik Favoriten sieben OP-Tische genützt, teilte der WIGEV auf APA-Anfrage mit.
Externe Anästhesisten könnten außerdem zu Spitzenzeiten das Anästhesieteam in Favoriten
unterstützen, hieß es. Im Herbst und Winter seien krankheitsbedingt
vermehrte Ausfälle beim Personal zu erwarten. Deshalb werde ein Pool an
externen freiberuflich tätigen Anästhesisten aufgebaut. Die aktuelle
Planung sehe jedoch vor, den Leistungsbedarf mit eigenen Ressourcen
abzudecken. Generell sei aufgrund des niedrigeren Patienten-Aufkommens
über die Sommermonate eine geringere OP-Kapazität erforderlich.
Der Fachbereich Anästhesie gehört zu den ausgewiesenen medizinischen Mangelfächern in Österreich, wurde erläutert. "Auch wenn die Lage derzeit wirklich schwierig ist, bin ich dennoch zuversichtlich: Ich leite ein Haus mit hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die täglich medizinische und pflegerische Höchstleistungen erbringen", betonte Michaela Riegler-Keil, Ärztliche Direktorin der Klinik Favoriten.