Bei dem umstrittenen Projekt am Wiener Heumarkt scheint der Hochhausturm endgültig Geschichte zu sein.

Bei dem umstrittenen Projekt am Wiener Heumarkt scheint der Hochhausturm endgültig Geschichte zu sein.
Nach den neuen Plänen von Projektbetreiber Wertinvest verzichtet man auf den einst mit einer Höhe von 74 Metern vorgesehenen Turm am Wiener Heumarkt zugunsten einer "Wohnscheibe" mit 56,5 Metern Höhe. Der Neubau des Hotel Intercontinental ist den derzeitigen Plänen zufolge mit 47,85 Meter dimensioniert, die Wohnscheibe soll im rechten Winkel dazu errichtet werden. Zwischen Hotelkomplex und Konzerthaus wird sich das Heumarktgebäude befinden.
Der Entwurf sieht außerdem eine zentrale Freifläche von etwa 6.000 Quadratmetern vor, die im Winter als Eislauffläche für den Wiener Eisverein dienen soll und sonst als öffentlicher Platz fungiert. Somit erreiche man, dass die visuelle Beeinträchtigung "nicht mehr schwerwiegend" sei, hieß es in den Presseunterlagen mit Verweis auf das neue Heritage Impact Assessment von Welterbeexperte Michael Kloos.
Das Projekt Heumarkt beschäftigt seit Jahren die Wiener Politik und diversen Interessensvertreter. Aufgrund der drohenden Aberkennung des Weltkulturerbe-Status für die Innere Stadt durch die UNESCO wurde der Entwurf schon einmal redimensioniert. Das reichte den Welterbe-Schützern nicht, weshalb Wien auf der Roten Liste landete. Mit den nun präsentierten Plänen könne man allen Ansprüchen gerecht werden. "Unser Ziel war es, ein welterbeverträgliches Projekt vorzulegen, das gleichzeitig über eine hohe architektonische Qualität verfügt und alle Vorteile für die Menschen in Wien sicherstellt", so Wertinvest-Geschäftsführerin Daniela Enzi. Keine wesentlichen Beeinträchtigungen für das historische Zentrum der Stadt habe wiederum ein Feststellungsverfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ergeben.
(APA/Red)
