Der teilweise in Wien gedrehte Actionstreifen "Tyler Rake: Extraction 2" ist nun auf Netflix zu sehen.
Am Ende von "Extraction" kippte Tyler Rake mit Schusswunde im Hals in einen Fluss und ließ seine Fans bangen. Aber den von Chris Hemsworth verkörperten Söldner kann so etwas nicht zugrunde richten. Im zweiten Teil kämpft er sich zurück ins Leben, nur um dieses bald wieder bei einer gefährlichen Mission aufs Spiel zu setzen. Dabei muss er auch in Wien Waffen und Fäuste sprechen lassen. Ab morgen ist "Tyler Rake: Extraction 2" bei Netflix abrufbar.
Wien-Dreh bei Actionserie "Tyler Rake 2": Nun auf Netflix
Hubschrauber, Verfolgungsjagden, Explosionen: Im Vorjahr schepperte es für ca. zwei Wochen gehörig auf der Donauplatte in Wien. So lange ließ sich der "Tyler Rake"-Tross in Wien nieder und sorgte damit für eine der wichtigsten Produktionen für den Filmstandort. Wer wissen will, wie sich die Dreharbeiten mit dem 250 Meter hohen DC Tower im Mittelpunkt im Film niederschlagen, muss sich allerdings etwas gedulden. Erst in der zweiten Hälfte des grob zweistündigen Streifens ist das hohe Gebäude mit seiner Glasfassade Schauplatz des Geschehens.
Tyler Rake erholt sich in einer Hütte in Gmunden
Aber auch zuvor kommt der
Österreichbezug nicht zu kurz. Denn Tyler Rake muss sich nach seiner
letzten Mission erholen, und wo ginge das besser als in einer einsamen
Hütte in Gmunden? Beim Fischen, Nachdenken und "Dancing Stars"-Schauen
leistet ihm einzig sein Hund Gesellschaft. Aber Kenner des Actiongenres
wissen, dass sich der Australier wohl kaum mit seiner frühzeitigen
Pensionierung zufrieden geben wird. Und tatsächlich bekommt er schon
bald einen neuen Auftrag, den er nicht ablehnen will - hat er doch auch
eine persönliche Komponente.
Job führt Hauptdarsteller in berüchtigtes georgisches Gefängnis
Der Job führt ihn in ein berüchtigtes
georgisches Gefängnis, wo er die Familie eines inhaftierten Gangsters
befreien soll. Besagter Gangster ist Teil der Nagazi-Familie, die im
Mord-, Drogen- und Waffengeschäft tätig ist und insgeheim das Land
regiert. Der Clan hat wenig Freude damit, dass Rake ihren Chef düpiert,
indem er dessen Frau und Kinder aus dem Land zu schleusen versucht. Es
werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den abgebrühten Söldner daran
zu hindern. Doch dieser kann sich glücklicherweise auch auf sein Team
rund um Nik Khan (Golshifteh Farahani) und Neuzugang Yaz Khan (Adam
Bessa) verlassen.
Actiongeladene Befeiungsaktion in nicht weniger als 21 Minuten
Nicht weniger als 21 Minuten Länge weist die
actiongeladene Befreiungsaktion im Gefängnis samt anschließender Flucht
auf. Sie wirkt auf beeindruckende Weise ohne erkennbare Schnitte wie aus
einem Guss. Fast wähnt man sich in einem Videospiel. Was zunächst ruhig
beginnt, artet schon bald in Geschrei, allerhand Blut und gebrochene
Knochen aus. Tyler Rake ist in seinem Element: Kugeln verfehlen ihn nur
knapp, die eigenen Schüsse sitzen. Auch ein brennender Arm kann ihn
nicht davon abhalten, Dutzende Männer aus dem Weg zu räumen. Teils
geschieht das auch auf einem fahrenden Zug, der unliebsamen Besuch von
Hubschraubern bekommt.
Ausblick in Wien
Auch in Wien
genießt das Team nicht nur den Ausblick über die Stadt, sondern muss
sich schon bald durch viele Etagen des DC Towers kämpfen. Glas splittert
in rauen Mengen, die Höhe des Gebäudes bringt Rake in Bedrängnis, und
die Geräte eines Fitnessstudios werden in der Hitze des Gefechts
zweckentfremdet.
US-Regisseur Sam Hargrave erfindet in "Tyler Rake" das Rad nicht neu
Regisseur Sam Hargrave erfindet mit "Tyler Rake:
Extraction 2" das Rad nicht neu. Das mag angesichts der Abrufzahlen des
ersten Teils wenig verwundern. Die Orte der Handlung wurden zwar
ausgetauscht, den stark choreografierten Actionsequenzen noch etwas
Bombast hinzugefügt, und Rake muss nicht nur ein Kind, sondern eine
ganze Familie außer Landes schleusen. Doch das Konzept bleibt gleich:
Chris Hemsworth darf als unkaputtbarer, aber vom Tod seines Sohns
gebrochener Söldner erneut seine Muskeln spielen lassen. Auf seine
traumatische Vergangenheit wird etwas mehr Licht geworfen, was aber den
Fokus nicht ändert. Der Schauspieler muss mehr knurren und ächzen als
weinen und reden.
Brutales Actiongewitter
"Tyler Rake: Extraction 2" ist ein brutales
Actiongewitter, das wenig Zweifel daran lässt, dass hier ordentlich Geld
in die Produktion geflossen ist. Die Stunts sitzen wie Rakes Frisur und
Sonnenbrille, die Dialoge dafür weniger. Wer sich Tiefgang erwartet,
ist hier definitiv fehl am Platz. Wer bereits mit dem Erstling glücklich
war, wird es wieder sein.