Im Nationalpark Donau-Auen in Wien findet sich die einzige intakte, sich fortpflanzende Population der Europäischen Sumpfschildkröte. Zahlreiche Jungtiere haben in den vergangenen Wochen ihre Nester verlassen.

Im Nationalpark Donau-Auen in Wien findet sich die einzige intakte, sich fortpflanzende Population der Europäischen Sumpfschildkröte. Zahlreiche Jungtiere haben in den vergangenen Wochen ihre Nester verlassen.
"Wir waren seit März regelmäßig in den Donau-Auen, um die geschlüpften Gelege zu kontrollieren. Anhand der Eierschalen-Reste und der nicht entwickelten Eier schätzen wir, wie viele Jungtiere geschlüpft sind. Es war eine tolle Schildkrötensaison mit über 1.000 Jungtieren. Von ihnen schafft es aber nur ein Bruchteil bis ins Erwachsenenalter", freut sich Maria Schindler, Leiterin des Sumpfschildkröten-Schutzprojekts.
Der Wiener Tiergarten Schönbrunn unterstützt seit 2007 das Schutzprogramm für die Europäische Sumpfschildkröte. Dabei sollen die Tiere vor Fressfeinden geschützt werden. "Von Mai bis Juli beobachten wir die Schildkröten-Weibchen bei der Eiablage und versehen jedes Gelege mit einem speziellen Schutzgitter. So können Wildschweine oder Füchse die Eier nicht ausgraben", so Schindler.
Das Projekt zeigt bereits Erfolge. Alleine im vergangenen Jahr konnten 164 Gelege geschützt werden. "Früher hat man, wenn überhaupt, nur adulte Sumpfschildkröten gesehen. Mittlerweile kann man Schildkröten aller Altersklassen beobachten. Wir sind daher sehr dankbar für die großartige Kooperation zwischen dem Nationalpark Donau-Auen und dem Tiergarten Schönbrunn", so Edith Klauser, Nationalparkdirektorin. Zum Schutz der Jungtiere werden die Menschen in der Nähe der Wiener Donau-Auen ersucht langsam zu fahren. Zudem sollte man immer genügend Abstand zu den Tieren halten. Im Handel gekaufte Schildkröten sollten nie in der Wildbahn ausgesetzt werden.
(Red)
