Entgegen der Prognosen hat Wien im Vorjahr mehr Geld eingenommen als es ausgegeben hat.

Entgegen der Prognosen hat Wien im Vorjahr mehr Geld eingenommen als es ausgegeben hat.
Konkret wurde statt dem budgetierten Defizit von 1,4 Mrd. Euro ein positiver Nettofinanzierungssaldo von 305 Mio. Euro erzielt. Das teilte Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) am Dienstag mit. Die Mittel wurden unter anderem für die Rückzahlung von Schulden verwendet. Laut Rechnungsabschluss für das Vorjahr flossen insgesamt 245 Mio. Euro in die Darlehenstilgung. Der aktuelle Schuldenstand beträgt somit 8,8 Mrd. Euro, die Schuldenquote 8,7 Prozent. Die Rücklagen der Stadt belaufen sich demnach auf 1,9 Mrd. Euro.
Die Entwicklung wurde unter anderem mit der Aufholkonjunktur nach der Corona-Pandemie erklärt. Der Wirtschaftsstandort habe sich als stark erwiesen. Die Einnahmen seien dadurch höher ausgefallen als erwartet, hieß es.
Die Ausgaben der Stadt beliefen sich im Jahr 2022 auf 19,9 Mrd. Euro. Davon entfielen 8,5 Mrd. Euro auf die Bereiche Gesundheit (2,9 Mrd. Euro), Soziales (2,6 Mrd. Euro), Bildung (2 Mrd. Euro) und Kinderbetreuung (975 Mio. Euro). In diesen Kernbereichen würden 42 Prozent der Gesamtausgaben investiert, betonte man. Als größte finanzielle Herausforderung wurde der Modernisierungsplan für die Wiener Spitäler bezeichnet. Bis 2030 werden dafür laut Hanke mehr als 3 Mrd. Euro eingesetzt.
"Wir haben uns als Stadt trotz multipler Krisen souverän durch das Jahr 2022 manövriert", betonte der Stadtrat. Man habe auch so viel in den Wirtschaftsstandort investiert wie seit über 15 Jahren nicht. Die budgetäre Situation erleichtere die Unterstützung der Wiener Bevölkerung in Zeiten der Teuerung sowie auch die Finanzierung künftiger Großprojekte, hob er hervor.
Der weitere Fahrplan sieht nun folgendermaßen aus: Die Debatte zum Rechnungsabschluss erfolgt am 13. Juni im Finanzausschuss bzw. im Stadtsenat. Die Beschlussfassung und Diskussion im Wiener Gemeinderat ist für den 27. und 28. Juni anberaumt.
(APA/Red)
