Die EU-Kommission genehmigte die Regelung zur Unterstützung der Wien Energie. Von Seiten der Stadt Wien zeigte man sich darüber erfreut.
Die Kommission ist laut eigenen Angaben zu dem Schluss gelangt, dass die österreichische Regelung erforderlich, geeignet und angemessen ist, "um eine beträchtliche Störung im Wirtschaftsleben eines Mitgliedstaats zu beheben". Die beihilfenrechtliche Genehmigung sei eine "gute Nachricht", hieß es am Mittwoch im Büro von Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ).
Grünes Licht für Wien Energie-Unterstützung durch EU-Kommission
Wie die EU-Behörde am Dienstag mitteilte, wurde als Grundlage für die Entscheidung der befristete EU-Rahmen für staatliche Beihilfen zur Krisenbewältigung vor dem Hintergrund des russischen Krieges gegen die Ukraine herangezogen. Österreich habe auf dieser Grundlage die Beihilferegelung im Umfang von 2 Mrd. Euro bei der EU-Kommission angemeldet, mit der Unternehmen angesichts des Krieges unterstützt werden sollen.
Wien beschloss "Schutzschirm" mit laufender Kreditlinie
Wien
hat kürzlich einen "Schutzschirm" in Form einer ab 1. Mai laufenden
Kreditlinie beschlossen. Damit sollen im Notfall Sicherheitsleistungen -
sogenannte Marginzahlungen - für Geschäfte an den Energiebörsen
finanziert werden, falls der Versorger oder die Stadtwerke die
Forderungen nicht selbst stemmen können. Zusätzlich werden aber auch die
Stadtwerke selbst eine Kreditlinie von 1,7 Mrd. Euro bereitstellen.
Insgesamt könnten somit 3,7 Mrd. Euro bei Bedarf abgerufen werden.
Wien Energie musste hohe Sicherheiten hinterlegen
Der
neue Schutzschirm soll die mit der Österreichischen
Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) vereinbarte Kreditlinie in gleicher
Höhe ersetzen. Der Wien
Energie musste im Vorjahr für den Börsenhandel mit Strom und Gas
infolge der Preissprünge exorbitant hohe Sicherheiten hinterlegen. Das
Unternehmen konnte diese ab dem Sommer 2022 nicht mehr aus eigener Kraft
aufbringen. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hatte deshalb ab Juli
per Notkompetenz insgesamt 1,4 Mrd. Euro bereitgestellt. Der
Liquiditätsengpass und die Notkredite des Bürgermeisters wurden Ende
August publik, als auch diese 1,4 Mrd. Euro knapp wurden. In der Folge
sprang der Bund ein.
EU-Kommission äußerte sich zu bestehenden Kreditlinien
Auch zu den bestehenden bzw. auslaufenden
drei Kreditlinien hat sich die EU-Kommission geäußert. Sie stellte fest,
dass diese die Voraussetzungen des damals geltenden befristeten
Krisenrahmens erfüllten und somit mit dem Binnenmarkt vereinbar gewesen
sind. Mit der neuen Maßnahme solle nun sichergestellt werden, dass die Wien
Energie über genügend Liquidität verfüge, um ihre Handelstätigkeiten
auf den Energiemärkten abzusichern, betonte die Kommission. Sie stellte
weiters fest, dass die von Österreich angemeldete Regelung die
Voraussetzungen erfüllt, da die Laufzeit der Darlehen nicht länger als
sechs Jahre sein wird und die Zinssätze der Kreditlinie mit den im
befristeten Rahmen festgelegten Mindestsätzen im Einklang stehen.
Zentrale Maßnahme für die Versorgungssicherheit der Wiener
"Mit dem Wiener
Schutzschirm, der am 23. März im Gemeinderat beschlossen wurde und bis
längstens 30. April 2025 abgerufen werden kann, setzt die Stadt Wien eine zentrale Maßnahme für die Versorgungssicherheit der Wienerinnen und Wiener. Da für den Schutzschirm eine Genehmigung der EU-Kommission nötig ist, hat die Stadt Wien
diesen Prozess initiiert und verhandelt", teilte das Büro Hanke der APA
am Mittwoch mit. Damit seien die Kundinnen und Kunden der Wien
Energie auch in den kommenden Heizperioden vor jederzeit möglichen
Ausreißern an den Energiebörsen geschützt, zeigte man sich überzeugt.
FPÖ kritisierte Schutzschirm als "Spekulationsrahmen"
Die
FPÖ kritisierte, dass es sich beim Schutzschirm um einen
"kreditfinanzierten Spekulationsrahmen" handle, der mit "immensen"
Kosten verbunden sei. Klubchef Maximilian Krauss forderte, dass durch
"Übergewinne", die die Wien Energie erwirtschafte, die Wiener entlastet werden sollen.