Den Einsatz der Polizei bei den Protestaktionen bei der Anfang dieser Woche im Wiener Marriott-Hotel über die Bühne gegangenen Gas Konferenz hat das "BlockGas"-Bündnis scharf kritisiert.
In einer Aussendung sprach das Bündnis von "extremer Repression durch die Polizei". Die Exekutive hatte am Montag eine Kundgebung in der Johannesgasse in der Wiener Innenstadt unter Einsatz von Pfefferspray aufgelöst, was zu heftiger Kritik von Amnesty International (ai) geführt hatte.
Polizeieinsatz bei Demo in Wien
Nach Gas-Konferenz in Wien: BlockGas-Kritik an Polizeieinsatz
Die Polizei habe Demonstrierende
eingekesselt, sei "sehr aggressiv" vorgegangen und habe
"unverhältnismäßig Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt", schrieb
Amnesty International Österreich auf Twitter. Die Behauptung der
Polizei, Demonstrierende hätten strafbare Handlungen gegen den
öffentlichen Frieden gesetzt, könne "von uns nicht nachvollzogen
werden". Amnesty zeigte sich "besorgt über die Kriminalisierung
friedlicher Proteste", der Staat habe "die Pflicht, friedliche Proteste
zu ermöglichen und nicht zu verhindern, wie wir es heute gesehen haben".
Wiener Polizei begründete ihr Vorgehen bei Protesten auf Twittet
Die LPD Wien begründete das Vorgehen per Twitter, dass wegen "schwerer gemeinschaftliche Gewalt" (Paragraf 274 StGB) eingeschritten wurde und daher Identitätsfeststellungen vorgenommen werden mussten. Die Demonstranten hätten "von Beginn an ein gewaltbereites Vorgehen gegen die Einsatzkräfte der Polizei" gezeigt, hieß es später in einer Aussendung. Dadurch seien zwei Polizisten verletzt worden. Acht Personen haben sich laut Polizei ausgewiesen und wurden auf freiem Fuß angezeigt. 143 Personen hätten sich nicht legitimiert und seien vorläufig gemäß der Strafprozessordnung festgenommen worden. Bei einigen Festgenommenen seien auch pyrotechnische Gegenstände sichergestellt worden.
"BlockGas" nannte das Vorgehen "unverhältnismäßig" und "brutal"
Das Bündnis
"BlockGas" warf der Exekutive nun "unverhältnismäßig brutale
Gewaltanwendung durch ein enormes Polizeiaufgebot samt Hundestaffel und
Wasserwerfern" vor. "Die Klimabewegung wurde in diesen Tagen in einer in
Österreich noch nie dagewesenen Weise kriminalisiert", hieß es in der
Aussendung. "Es sind die Gas-Lobbyist:innen, die für etwas Profit unsere
Zukunft verscherbeln. Trotzdem wurden die Menschen, die auf den Straßen
vor dem Hotel friedlich von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machten,
von der Polizei gewaltsam gestoppt und stundenlang in der Kälte
festgehalten." Nun würden "ohne jede Grundlage strafrechtliche Vorwürfe
gegen friedliche Klimaaktivist:innen erhoben. Das zeigt, dass der Staat
lieber das fossile System beschützt, als endlich ernsthafte Schritte
gegen die sozialen und ökologischen Krisen zu setzen, in denen wir
stecken", kritisierte Verena Gradinger, Sprecherin von "BlockGas".
Aktivistinnen übten auch an Innenminister Karner Kritik
Auch
an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) übten die Aktivistinnen und
Aktivisten Kritik: "Innenminister Karner lobte sogar noch die Polizei,
die auf eingekesselte Menschen einschlug und mit Pfefferspray
einsprühte. Doch wir lassen uns davon nicht einschüchtern", erklärte
Anselm Schindler, Sprecher von "BlockGas".
Grüne brachten zu Polizeieinsatz parlamentarische Anfrage ein
Die Grünen brachten zu dem Polizeieinsatz eine parlamentarische Anfrage ein. "Wir können nicht nachvollziehen, dass die Wiener
Polizei auf junge Menschen, die sich für den Erhalt unserer Umwelt
einsetzen, mit Gummiknüppeln, Pfefferspray und einer Hundestaffel
losgeht, über einhundertvierzig von ihnen festnimmt und sie zudem noch
kriminalisiert", begründete Georg Bürstmayr, Sicherheitssprecher der
Grünen, die Anfrage. Unter anderem wollen die Grünen wissen, auf welcher
Rechtsgrundlage der Pfefferspray in der Johannesgasse eingesetzt wurde
oder welches gelindere Mittel es gegeben hätte und wieso dieses nicht
eingesetzt worden sei. "Die pauschale Verurteilung von
Klimaaktivist:innen durch den Innenminister ist inakzeptabel", kritisierte der Klimaschutzsprecher der Grünen, Lukas Hammer.
Protest der Klima-Aktivisten für Montag in Wien angekündigt
Für Montag kündigte das Bündnis
eine "Demonstration gegen Repression und Kriminalisierung" gemeinsam
mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen an. Der Protest
startet um 17.30 Uhr am Ballhausplatz sein, danach soll der Zug an der
Landespolizeidirektion vorbei zum Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände
marschieren.