2023 fällt der Startschuss für die Errichtung von mehr als 20 Kilometer neue Radwege in Wien.
Das Paket ist Teil einer Offensive, in deren Rahmen bis 2025 insgesamt 100 Mio. Euro investiert werden, wie am Mittwoch bei der Präsentation durch Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betont wurde. Ein Schwerpunkt liegt im Ausbau sogenannter Radhighways. Hier sind laut Stadt zentrale Lückenschlüsse vorgesehen.
Wiener Radwege bekommen über 20 Kilometer dazu: Baustart
Als Highway-Highlight wird jener in Richtung Süden gepriesen. Es handelt sich dabei um eine durchgängige Route vom Zentrum durch den 4. und 10. Bezirk bis nach Niederösterreich. Ausgebaut wird dafür ab heuer die Argentinierstraße und die Herndlgasse. Erstere wird zur "Fahrradstraße" umfunktioniert, wobei die genauen Pläne noch präsentiert werden. Basis dafür ist das Ergebnis einer Anrainerbefragung. Der Bau wird im Herbst starten.
Zweirichtungsradweg in der Wiener Herndlgasse
In der Herndlgasse wird ein 3,90 Meter
breiter Zweirichtungsradweg errichtet. Dieser führt vom Sonnwendviertel
bis zum Bezirkszentrum am Reumannplatz. Neue Bäume und Staudenbeete
sollen diesen Teil des "Radhighways Süd" flankieren.
Neue Fahrradstraße in der Wiener Innenstadt
Auch im
innerstädtischen Bereich wird es eine großteils neue Fahrradstraße
geben, auf der Biker künftig Vorrang haben. Die Pfeilgasse im 8. Bezirk
wurde punktuell schon verkehrsberuhigt. Nun folgt die Umgestaltung zur
Radstraße, nämlich vom Lerchenfelder Gürtel bis zur Strozzigasse. Im
kommenden Jahr folgt der Teil bis zur Zweierlinie.
Wiedner Hauptstraße in Wien-Wieden bekommt neuen Radweg
Einen neuen
Radweg bekommt auch die Wiedner Hauptstraße im 4. Bezirk sowie die
Kendlerstraße in Penzing. Fortgesetzt wird laut Sima auch der Ausbau der
Infrastruktur in der Donaustadt. Angekündigt wurde etwa ein
Zweirichtungsradweg in der Erzherzog-Karl-Straße.
Radhighway von der Wiener Innenstadt bis in die Donaustadt
Am Radhighway
von der City bis in die Donaustadt wird ebenfalls gewerkt. Der Radweg in
der Lasallestraße wird etwa bereits im April fertiggestellt. Im Sommer
erfolgt der Spatenstich auf der stadtauswärtigen Seite der Praterstraße.
Diese werde ein Herzstück des neuen Highways, wird versichert.
Mehr als 50 Projekte zu Radwegen in Wien 2023 angekündigt.
Insgesamt
wurden heute mehr als 50 Projekte angekündigt. 70 Prozent der Radwege
werden baulich getrennt errichtet bzw. in einer Kombination aus Geh- und
Radweg. Auch Pkw-Stellplätze werden wegfallen, wobei deren Zahl nicht
beziffert werden könne, wie man betont. Die Reduktion sei möglich, da
durch die Einführung des flächendeckenden Parkpickerls weniger
Parkplätze benötigt werden, wie es hieß.
Die Mobilitätssprecherin der Wiener
NEOS, Angelika Pipal-Leixner, lobte in der Pressekonferenz die
"Rekordinvestitionen" in die neuen Radinfrastrukturprojekte. Man schaffe
damit zusätzliche Anreize, sich im Alltag und in der Freizeit für das
Fahrrad zu entscheiden, befand sie.
Grüne kritisieren das Programm der SPÖ
Nicht ganz so rosig wie der
Koalitionspartner der SPÖ sahen die Grünen das Programm. Sie forderten
mehr Mut und Tempo für eine "zukunftsorientierte Mobilitätspolitik".
"Das heute vorgelegte Bauprogramm erhält lange von den Grünen geforderte
Projekte, es ist jedoch nicht ambitioniert genug, damit wir unsere
Klimaziele erreichen", befand Kilian Stark, der Sprecher für Radausbau
bei den Grünen, in einer Aussendung.
VCÖ begrüßt das Vorhaben der Stadt Wien
Der Verkehrsclub Österreich
(VCÖ) begrüßte die heute von der Stadt präsentierten Vorhaben. Allein
der Radverkehr in der Argentinierstraße habe sich in den vergangenen
zehn Jahren verdoppelt, mehr Platz für den Radverkehr sei dort dringend
nötig. Favoriten wiederum habe beim Radverkehrsanteil großen
Aufholbedarf. Wichtig sind laut VCÖ zusätzlich zum Radwegeprogramm der
Stadt Wien auch verstärkte Maßnahmen der Bezirke.