Kipferl in Form des Venussymbols erhielten Passantinnen heute Vormittag in Wien-Mitte von den Grünen. Bei der Aktion zum Frauentag wurden zudem auch Folder verteilt.
Dazu gab es von den Verteilerinnen und Verteilern der Grünen-Aktion - unter ihnen Gesundheitsminister Johannes Rauch, Justizministerin Alma Zadić und Frauensprecherin Meri Disoski - einen etwas weniger leicht verdaulichen Folder mit den unter grüner Regierungsbeteiligung umgesetzten frauenpolitischen Leistungen. In Zukunft wolle sie sich für Lohntransparenz einsetzen, so Disoski.
Gelungen sei etwa die
Erhöhung des Frauenbudgets auf 24,3 Millionen Euro, die
Kindergartenmilliarde - fünf Jahre gibt es je 200 Millionen Euro mehr
für Kindergärten in den Bundesländern -, oder das Gesetzespaket gegen
Hass im Netz. Um die gehaltsspezifische Lohnlücke der Frauen, die
derzeit fast 20 Prozent betrage, zu schließen, brauche es
Lohntransparenz für Unternehmen ab 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
außerdem zeitgemäße Karenzmodelle, um unbezahlte Sorgearbeit fair
aufzuteilen, sagte Disoski im Gespräch mit der APA in Wien-Mitte. "Wo ein Wille, da ein Weg", meinte sie zur Frage, ob das mit dem Koalitionspartner ÖVP umzusetzen sei.
Im
Gewaltschutz sei bereits einiges gelungen, betonte Zadić etwa die
Ausweitung der psychosozialen und juristischen Prozessbegleitung. Im
Jahr 2023 seien für den Gewaltschutz über 15 Millionen Euro vorgesehen,
davon 5,1 Millionen Euro für Maßnahmen zum Schutz von Frauen, heißt es
in einer Aussendung des Justizministeriums. Die Verurteilungsquote in
Österreich müsse allerdings erhöht werden. Sie wolle in diesem Jahr
Gewaltambulanzen ins Leben rufen, wo auch Beweise gesichert werden
können. In Ländern, in denen es diese gibt, sei die Verurteilungsquote
doppelt so hoch.
Rauch hob indes den im Februar vorgelegten
Frauengesundheitsbericht hervor. Frauen würden einen anderen Blick auf
Gesundheit brauchen, es gehe nun etwa darum, die Anzahl der gesunden
Lebensjahre zu steigern. Auch will der Minister den oft leisen Stimmen
von Frauen in schwierigen Lebenssituationen mehr Gewicht geben und die
Lebensbedingungen der Frauen verbessern. Ein Beispiel dafür sei die
Valorisierung aller Sozial- und Familienleistungen.
Vor dem
Frauentag war vor allem die Teuerung und deren Einfluss auf Frauen
Thema. Österreich habe im europäischen Vergleich viel ausgeschüttet, bei
der Treffgenauigkeit wolle man Verbesserungen zustande bringen, so
Rauch. Disoski sah diese bereits gegeben, hätten doch insbesondere
Alleinerziehende von den Paketen der Regierung profitiert.