Nach dem Förder-Aus für einen umstrittenen Kindergartenträger in Wien, wurde eine Hotline eingerichtet. Bei dieser sind bereits über 400 Anrufe eingegangen.
Das teilte das Büro des zuständigen Stadtrats Christoph Wiederkehr (NEOS) der APA am Freitag mit. Die Kontaktnummer steht seit Bekanntgabe des Förderstopps am 27. Februar zur Verfügung. Gemeldet haben sich betroffene Familien, aber auch Personen aus der Belegschaft.
Über 400 Anrufe bei Wiener Hotline zu umstrittenen Kindergartenträger
Die überwiegende Anzahl der Anrufe betraf laut Wiederkehr-Büro Informationen zur Anmeldung bei städtischen Kindergärten bzw. die Vermittlung zu privaten Bildungseinrichtungen. Viele hätten sich über einen Wechsel und das entsprechende Prozedere erkundigt. Auch um Aufklärung über die aktuelle Situation des betroffenen Betreibers wurde ersucht. 24 Angebote für städtische Kindergartenplätze wurden bereits konkret gestellt, 48 Eltern an private Einrichtungen weitervermittelt.
Vorwürfe gegen Kindergarten-Verein erhärteten sich bei Prüfung
Die
Vorwürfe gegen den Verein, der rund ein Dutzend Kindergärten betreibt,
haben sich zuletzt bei einer Sonderprüfung erhärtet. Im Rahmen der
Prüfung habe man weitere Problembereiche neu entdeckt. Außerdem habe es
nach dem vom Stadtrechnungshof untersuchten Zeitraum auch im Jahr 2022
ähnliche Konstruktionen mit Scheinfirmen gegeben, teilte Wiederkehr
Anfang der Woche mit. Er stellte Rückforderungen in Höhe von mehreren
100.000 Euro in Aussicht.
Verein beschäftigte diverse Scheinfirmen laut Stadt-RH
Der Stadt-RH hatte im Jänner aufgedeckt,
dass der Verein diverse Scheinfirmen beschäftigt hatte. Unter anderem
wurden etwa Bauunternehmen mit der Lieferung von Essen beauftragt.
Aufgefallen sind den Prüfern auch hohe Barauszahlungen oder
In-Sich-Geschäfte des Vereins, in dem vor allem Mitglieder einer Familie
mit Funktionen betraut waren. Insgesamt wurden etwa 800 Kinder an den
Standorten betreut. Die Stadt versprach, nach Möglichkeit wohnortnahe
Plätze zur Verfügung zu stellen.
Kindergarten-Verein übte Kritik am Vorgehen der Stadt Wien
Der Verein hat vor einigen Tagen
Kritik an dem Vorgehen der Stadt geübt. Ohne Maß und Ziel würden
mutwillig Kinder, Eltern und 139 Mitarbeiter verunsichert, hieß es in
einer Aussendung: "Wie unzählige Kontrollen der zuständigen Behörden
gezeigt haben, sind wir pädagogisch über jeden Zweifel erhaben." Auch in
der aktuell schwierigen Situation seien die Kinder an den Standorten
bestens aufgehoben, wurde beteuert. Es werde mit falschen Behauptungen
und Botschaften mit "eindeutig rassistischem Unterton" gegen den Verein
vorgegangen, wurde beklagt.
Plötzlicher Stopp der Fördermitteln für Kindergarten-Verein in Wien
Der plötzlich angekündigte Stopp von
Fördermitteln sei für den Verein nicht nachvollziehbar und bringe die
Organisation in finanzielle Bedrängnis, hieß es. Es werde aber an einer
konstruktiven Lösung zur Weiterführung gearbeitet.
Die Hotline der Magistratsabteilung 10 ist unter 01/9050020 erreichbar.