die Proteste von Jungforschern und Mittelbaupersonal an der Uni Wien gegen prekäre und befristete Dienstverhältnisse gehen im März in die nächste Runde.
Nachdem sie zuletzt im Dezember für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen waren, soll nun der März zum Aktionsmonat unter dem Motto "Fair statt prekär: Uni neu denken" werden, heißt es in einer Ankündigung der Initiative Unterbau Uni Wien. Als Höhepunkt ist am 23. März eine "Großdemonstration" angekündigt.
80 Prozent des wissenschaftlichen Personals hätten derzeit nur befristete Verträge, kritisieren die Organisatorinnen und Organisatoren. Wegen der seit Herbst 2021 gültigen Version der Kettenvertragsregel müssen außerdem Mitarbeiter, die innerhalb von acht Jahren keine unbefristete Stelle erhalten, die jeweilige Uni verlassen.
An der Uni Wien
würde dies potenziell mehr als 6.000 Lehrende und Forschende in naher
Zukunft betreffen. Diese Beschäftigungspolitik sei nicht nachhaltig,
schade Wissenschaft und Studierenden, vergeude Ressourcen und sei für
die Betroffenen eine hohe Belastung, heißt es im Aufruf zum
Aktionsmonat. "Gute Arbeitsbedingungen sind eine notwendige
Voraussetzung für gute Wissenschaft."
Am 8. März sollen bei einer
Pressekonferenz gemeinsam mit der IG Lektorinnen und
WissensarbeiterInnen und dem Netzwerk Unterbau Wissenschaft (NuWiss) die
Ergebnisse einer Studie vorgestellt werden, für die 1.200
Mittelbau-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter der Uni Wien
befragt wurden. Für 13. März ist eine Podiumsdiskussion mit
Entscheidungsträgern angesagt, am 21. März wird zum "Tag der prekären
Lehre und Forschung" geladen und vor dem Uni-Hauptgebäude am Ring
"prekäre Suppe" samt "Geschichten aus der Prekarität" serviert. Die
angekündigte "Großdemo" soll dann am 23. März ab 14 Uhr vom Hauptgebäude
der Uni Wien zum Karlsplatz ziehen.