Von großen Namen bis zu vielversprechenden Nachwuchshoffnungen: Das ist der Konzertmonat März in Wien.
Der Konzertmonat März bringt ein höchst unterschiedliches Programm. Popstar Robbie Williams beehrt gleich doppelt die Wiener Stadthalle, während sich Artrockurgestein John Cale im Jazzclub Porgy & Bess einfindet und der heimische Songwriterjungspund Oskar Haag sein Debütalbum auf Tournee vorstellt. Abseits davon gibt es ein Humordoppelpack, politischen Rap und einen Abschied auf Zeit.
Es
hätten wohl nicht viele geglaubt, dass im Jahr 2023 Namen wie David
Hasselhoff und "Weird Al" Yankovic mit ihrer Musik noch die Hallen
füllen. Während der "Baywatch"- und "Knight Rider"-Star bereits seit
einiger Zeit wieder höchst erfolgreich durch die Lande tingelt und von
Nova Rock bis Wiener
Stadthalle (hier ist er am 29. März zu erleben) für Partyexzesse sorgt,
ist die Sachlage bei Akkordeonliebhaber Yankovic etwas anders. Immerhin
ist er erstmals in Deutschland und Österreich auf Tour. Seine ebenso
schrägen wie liebenswerten Parodien auf große Pophits machten den
US-Musiker schon in den 1980ern zum Star, wenngleich der etwas anderen
Art. Dass er am 6. März seinen Humor ins Wiener
Gasometer bringt, ist wohl nicht zuletzt einem kleinen Revival
geschuldet, das allen voran vom Biopic "Weird: The Al Yankovic Story"
mit "Harry Potter"-Darsteller Daniel Radcliffe in der Hauptrolle
befeuert wurde. Andererseits: Es kann nie genug gelacht werden.
Er
ist ziemlich erfolgreich und hat dennoch ein großes Problem: Der
russische Rapper Oxxxymiron wurde im vergangenen Herbst von den Behörden
in seiner Heimat zum "ausländischen Agenten" erklärt. Miron Fjodorow,
wie der Musiker und Unternehmer mit bürgerlichem Namen heißt, hat sich
nicht nur für Oppositionelle wie den Kremlkritiker Alexej Nawalny oder
Starregisseur Kirill Serebrennikow eingesetzt, sondern auch mehrfach den
Krieg in der Ukraine kritisiert und ihn als "Katastrophe und
Verbrechen" bezeichnet. Nicht zuletzt lancierte er im Vorjahr die
Konzertserie "Russians Against War", deren Einnahmen ukrainischen
Flüchtlingen zugute kamen. Nachdem Auftritte in Russland aktuell für ihn
eher nicht in Frage kommen, begibt sich der schlagfertige Rapper auf
eine Welttournee, die ihn am 24. März in den Wiener Gasometer führen wird. Mit ihm Gepäck hat er wohl auch seinen jüngsten Protestsong "Oyda".
Ein paar Mal sorgen im Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) in Wien-Alsergrund noch die Musiker für Lautstärke, bevor diese Aufgabe den Bauarbeitern zufällt. Immerhin steht eine umfassende Sanierung ins Haus, für die in einem nächsten Schritt etwa Saal und Foyer für einige Monate schließen müssen. Davor gibt eingängigen Mainstreamrock der Briten You Me at Six (3. März) oder aber mit Dilla eine große Pophoffnung aus Deutschland, die jüngst im Vorprogramm von Kraftklub überzeugen konnte. Die Singer-Songwriterin aus Berlin, die am 10. März aufspielen wird, lässt sich dabei stilistisch nicht einengen und bietet reduzierte Klavierballaden ebenso wie tanzbare Electrosounds. Tags darauf dürfen dann alle Hemmungen fallen, wenn den französischen Soundtüftler Mezerg seine Weltreise "From America to Europa" nach Wien führt. Tanzschuhe nicht vergessen!