Die Aktivisten kritisierten das Vorgehen der Polizei bei der Auflösung der Klima-Klebeaktion am Donnerstagfrüh bei der Linken Wienzeile in Wien-Margareten. Ein Aktivist sei förmlich von der Straße gerissen worden.
Donnerstagfrüh klebten sich Aktivisten und Aktivistinnen der "Letzten Generation" auf der Linken Wienzeile auf Höhe der Margaretengürtelbrücke und beim Sechshauser Gürtel fest und blockierten den Verkehr. Die Polizei rückte kurze Zeit später aus. Die Aktivisten kritisierten das Vorgehen der Polizei. "Ich bin bestürzt, dass die Polizei heute sämtliche Regeln missachtet hat", sagte Aktivistin Katharina Geistlinger zur APA.
Klima-Aktivist in Wien brutal von Straße gerissen: Kritik an Polizei
Die Polizei rückte in Wien-Margareten mit einem Großaufgebot an. Während eines APA-Lokalaugenscheins beim Margarengürtel legten die Beamten ein teilweise hartes Vorgehen an den Tag. "Der Kleber war schon hart. Sie haben mich von der Straße runtergezerrt, ohne die Versammlung vorher aufzulösen", sagte Geistlinger. "Man hat uns nicht Zeit gegeben, die Versammlung zu verlassen", fuhr sie fort.
Klima-Kleber von der Straße gerissen
Videos zeigen: Polizisten reißen Aktivistin brutal von der Straße
Videos der "Letzten
Generation" zeigen Beamten, die Geistlinger von einem Schutzweg
hinunterreißen. Nach einem Schmerzensschrei lassen die Polizisten auf
den Videoaufnahmen von der 38-Jährigen ab. Geistlinger zeigte nach dem
Einsatz ihre Hand, an der sich Rückstände des Fahrbahnbelags befanden
und berichtete auch von einem weiteren Fall. So hätte die Polizei auch
einen weiteren Mann vom Schutzweg entfernt, ohne den Klebstoff vorher zu
lösen. Sie plant nun eine Beschwerde bei der Polizei.
"Letzte Generation"-Sprecher: "Wir sind enttäuscht von der Polizei"
"Wir sind
enttäuscht von der Polizei. Bisher haben sich die Beamten an die Regeln
gehalten, dieses Mal nicht", betonte Sprecher Florian Wagner in einer
offiziellen Stellungnahme gegenüber der APA. Das sei "nicht okay".
Nachsatz: "Aber das wird uns nicht aufhalten."
Wiener Polizei wolle die Anschuldigungen erst prüfen
Gegen 8.45 Uhr waren die Proteste an den beiden Standorten laut Polizei wieder zu Ende. "Alle Personen, die sich in der strafbaren Handlung befanden, wurden festgenommen", so Sprecherin Barbara Gass. Auf die Vorwürfe der "Letzten Generation" ging die Landespolizeidirektion am Vormittag noch nicht ein. Mann wolle die Anschuldigungen zuerst prüfen, hieß es.