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Warnung von Wiener Ärztekammer vor Verringerung von Geburtskapazitäten

29-01-2023, 13:35

Eine Warnung vor einer Reduktion der Geburtskapazitäten in den Wiener Spitälern ist am Sonntag von der Wiener Ärztekammer gekommen.

In der Verordnung zum "Regionalen Strukturplan Gesundheit Wien 2025" seien entsprechende Schritte vorgesehen. Die Verordnung liege derzeit zur Begutachtung vor, teilte die Kammer in einer Aussendung mit.

Geburtskapazitäten: Wiener Ärztekammer mit Warnung vor Reduktion

Geplant ist laut Ärztekammer, die gynäkologischen Abteilungen in den Kliniken Hietzing und Landstraße in sogenannte Terminambulanzen umzuwandeln. Das bedeute, dass dort keine Geburten mehr stattfinden könnten, hieß es. Derzeit zeichnen beide Kliniken laut Ärztekammer für insgesamt rund 2.700 Geburten jährlich verantwortlich.

"Selbst bei einer optimistischen Rechnung, in der man davon ausgeht, dass andere Kliniken wie Floridsdorf oder das St. Josef Krankenhaus einen Teil dieser Geburten übernehmen können, würden laut unseren Schätzungen ab 2025 noch mindestens zwischen 1.000 und 1.500 Frauen in Wien ohne Geburtsbetten dastehen", meinte Tanaz Modarressy-Onghaie, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Klinik Hietzing und stellvertretende Obfrau der Sektion der zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Ärzte der Ärztekammer für Wien.

Grundlage für die Entscheidung, die Geburtsbetten in den Kliniken Hietzing und Landstraße abzubauen, sei ein prognostiziertes Sinken der Geburtenrate. Gleichzeitig berechne die stadteigene Statistik-Abteilung bis 2028 eine steigende Geburtenrate, zeigte man sich in der Ärztekammer verwundert.

Kritik von Vizepräsident der Ärztekammer Wien

"Dass hier offensichtlich ein politischer Spardruck auf dem Rücken schwangerer Frauen ausgetragen wird, finde ich unverantwortlich. Sollen 1.000 Frauen ab 2025 alle zuhause entbinden? Gerade die sollte doch gezeigt haben, dass es gefährlich ist, wider besseren Wissens Vorhaltekapazitäten in den Krankenhäusern zu reduzieren", kritisierte Stefan Ferenci, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, die Pläne.

(APA/Red)

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