Der Wiener Stadtrechnungshof hatte unter anderem aufgedeckt, dass Essenslieferungen bei privaten Kindergärten von später als Scheinunternehmen klassifizierten Baufirmen durchgeführt wurden.

Der Wiener Stadtrechnungshof hatte unter anderem aufgedeckt, dass Essenslieferungen bei privaten Kindergärten von später als Scheinunternehmen klassifizierten Baufirmen durchgeführt wurden.
Die ÖVP Wien will einen Sondergemeinderat initiieren bzw. einen Misstrauensantrag gegen den zuständigen Stadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) einbringen. Man sei "fassungslos" über den Fall, bekannten Wiens ÖVP-Chef Karl Mahrer und der türkise Bildungssprecher Harald Zierfuß. Die Stadt habe offenbar nicht oder nur mangelhaft geprüft, und das, obwohl die NEOS noch zu Oppositionszeiten bekrittelt hatten, dass es über den geförderten Verein zu wenige Informationen gebe, wie Mahrer berichtete.
"Wie kann es sein, dass Steuergeld weiterhin blind vergeben wird?", ärgerte sich der VP-Politiker. Nach Ansicht Mahrers ist der Verein offenbar jahrelang nicht näher unter die Lupe genommen worden. Auch Zierfuß zeigte sich überzeugt: "Das ist ein Kontrollversagen sondergleichen." Ein "Familienclan" habe anscheinend einen Kindergarten als Selbstbedienungsladen betrieben.
Der Stadt-RH hat neben den Essens-Modalitäten auch hohe Barzahlungen sowie sogenannte In-Sich-Geschäfte kritisiert. Außerdem wurden Verkehrsstrafen aus Vereinsmitteln bezahlt. Auch teuere Autos, die vom Verein genutzt wurden, fielen auf. Zum Teil wurden Fahrzeuge von Familienmitgliedern der Obfrau gekauft und vom Verein dann geleast.
Die Stadt Wien prüft inzwischen Rückforderung von Fördermitteln und hat der Staatsanwaltschaft den Rechnungshofbericht übermittelt. Die ÖVP fordert aber auch einen "sofortigen Förderstopp". Zudem solle die Stadt dafür sorgen, dass die Plätze von anderen Betreibern übernommen werden. Auch eine externe Wirtschaftsprüfung wurde angeregt.
