Die dritte Sitzung der U-Kommission zur Wien Energie startet am 16. Jänner mit den Auftritten zweier prominenter Zeugen.
Der Geschäftsführer der Wien Energie, Michael Strebl, und der stellvertretende Direktor der Stadtwerke, Peter Weinelt, werden vom Gremium befragt. Damit wird das Geschehen rund um die Megakredite für den Versorger erstmals direkt beleuchtet. Bisher waren nur sachkundige Branchenexperten am Wort.
U-Kommission: Wien Energie-Chef Strebl im Zeugenstand
Seit Dezember beschäftigt sich im Rathaus eine gemeinderätliche U-Kommission mit den Vorfällen vom Sommer. Die Wien Energie musste für den Börsenhandel mit Strom und Gas infolge der Preissprünge hohe Sicherheitsleistungen hinterlegen und konnte diese nicht mehr aus eigener Kraft aufbringen. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hatte deshalb ab Juli per Notkompetenz insgesamt 1,4 Mrd. Euro bereitgestellt. Der Liquiditätsengpass und die Notkredite des Bürgermeisters wurden Ende August publik, als auch diese 1,4 Mrd. Euro knapp wurden. In der Folge gewährte der Bund über die Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) weitere 2 Mrd. Euro Kreditrahmen.
Initiiert wurde die U-Kommission zur Wien Energie von ÖVP und FPÖ
Initiiert
wurde die Kommission von ÖVP und FPÖ, vertreten sind darin Abgeordnete
aller Rathausparteien. Bei den ersten Treffen wurden Beweisanträge
behandelt bzw. fachkundige Zeugen wie der frühere Verbund-CEO Wolfgang
Anzengruber befragt. Die erste Sitzung im neuen Jahr, also jene am 16.
Jänner, beginnt um 12.00 Uhr. Zunächst wird dort Stadtwerke-Vorstand
Weinelt Rede und Antwort stehen. Für 15.00 Uhr ist der Chef der Wien Energie geladen, wie der Vorsitzende des Gremiums, der Richter Martin Pühringer, den Fraktionen mitteilte.
Vierte Sitzung der U-Kommission findet am 1. Februar statt
Auch
für die vierte Sitzung, die am 1. Februar stattfindet, wurde von den
Kommissionsmitgliedern bereits ein Ablauf besprochen. An diesem Tag
sollen unter anderem Stadtwerke-Chef Martin Krajcsir und
Magistratsdirektor Dietmar Griebler erscheinen. Fix eingeplant sind in
den darauffolgenden Sitzungen auch Zeugenauftritte von Bürgermeister
Ludwig und Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Die U-Kommission tagt in
etwa alle zwei Wochen, wobei das Gremium für die Dauer eines Jahres
eingerichtet ist. Falls dies nicht reichen sollte: Es besteht die
Möglichkeit, sie um drei Monate zu verlängern.
Aufregung um geforderte Mail und Handydaten des Bürgermeisters
Aufregung gab es
zuletzt um die von der ÖVP geforderte Beischaffung der die Causa
betreffenden Mail- oder Handykommunikation des Bürgermeisters bzw. des
Finanzstadtrats. Entsprechende Beweisanträge wurden zugelassen.
Allerdings kann die Herausgabe - anders als bei U-Ausschüssen im Bund -
rechtlich nicht durchgesetzt werden. Die Lieferung von Daten erfolgt auf
freiwilliger Basis.
Vergleichbare Daten von Finanzminister Brunner gefordert
Ob und in welchem Ausmaß dies geschehen wird,
wird im Rathaus nun geprüft. Geklärt werden soll unter anderem, ob die
Weitergabe der Informationen rechtlich möglich ist. Falls ja, werden
auch weitere Anträge bereits in den Raum gestellt. Bürgermeister Ludwig
deutete zuletzt im Gespräch mit der "Presse" an, dass man in diesem Fall
auch von Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) gern vergleichbare
Kommunikationsdaten hätte.