Am Montagabend hat Greenpeace im Vorfeld der 15. UN-Artenschutzkonferenz CBD15 die UNO-City in Wien mit einer Artenschutz-Botschaft erstrahlen lassen.
Im Vorfeld der 15. UN-Artenschutzkonferenz CBD15 im kanadischen Montreal hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace Montagabend die 300 Quadratmeter große Botschaft "Stoppt das Artensterben. Jetzt!" auf die Wiener UNO-City projiziert. Nicht nur in Österreich, sondern auch in zehn weiteren Ländern machte die Organisation auf die Artenkrise aufmerksam. Damit will Greenpeace die Forderung nach einem starken Artenschutzabkommen mit einem konkreten Umsetzungsplan unterstreichen.
Von Mittwoch bis zum 19. Dezember laufen die Verhandlungen in der Hauptstadt der kanadischen Provinz Québec. Greenpeace setzt sich dafür ein, dass bis zum Jahr 2030 30 Prozent aller Meeres- und Landflächen unter Wahrung der Rechte von indigenen Bevölkerungen unter strengen Schutz gestellt werden sollen. Zudem solle der Finanztopf für den internationalen Artenschutz massiv aufgestockt werden. Entschieden spricht sich die NGO gegen Kompensationszahlungen aus. "Bloße Augenauswischereien wie Ausgleichszahlungen bringen uns nicht weiter. Die Zerstörung wertvoller Naturräume muss endgültig gestoppt werden. Nur so können wir das dramatische Artensterben aufhalten und unsere Lebensgrundlage langfristig sichern", sagte Ursula Bittner, Artenschutz-Expertin bei Greenpeace in Österreich.
Bittner zufolge brauche es ein ehrgeiziges Abkommen ähnlich dem Pariser Abkommen der UN-Klimaschutzkonferenz (COP21), um die Bedrohung der Artenkrise abzuwenden. Eine Million Arten seien weltweit bereits vom Aussterben bedroht, auch die österreichische Tier- und Pflanzenwelt stehe unter großem Druck. Auf der Artenschutzkonferenz wird Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) mit österreichischer Delegation als EU-Vertreterin dabei sein. In Montreal wird die EU wie bei UN-Klimakonferenzen geschlossen auftreten. Ziel ist die Ausverhandlung eines Rahmenabkommens, um dem weltweiten Artensterben Einhalt zu gebieten.
Greenpeace
wünscht sich anders als bei den 2010 im japanischen Aichi
ausgehandelten Biodiversitätszielen konkrete Indikatoren und
Meilensteine. Von den Aichi-Zielen sei Bittner zufolge noch kein
einziges erreicht worden: "Messbare Ziele, konkrete Umsetzungspläne
sowie regelmäßige Kontrollen sind dringend erforderlich. Nur so können
wir echte Erfolge im internationalen Artenschutz erzielen."
Gewessler
sieht in einem Statement gegenüber der APA keine einfachen Vorzeichen:
Die EU stehe zwar für ambitionierte Ziele, die nun auch global verankert
werden sollen, "aber es gibt eben auch viele Bremser - die weiterhin
die rücksichtslose Ausbeutung unserer Natur vorantreiben. Und dabei
zukunftsvergessen die eigene Lebensgrundlage zerstören. Das sind
schwierige Voraussetzungen für eine Einigung", lautet ihre Einschätzung.