Der Wiener Stadtrechnugnshof hat festgestellt, dass bei einem Grundstückskauf der Wiener Linien für die Remise Kagran 20 Prozent zu viel bezahlt wurden.
Laut Wiener Stadtrechnungshof haben die Wiener Linien in der Causa Wienwert für die Remise Kagran 20 Prozent zu viel bezahlt. Die ÖVP, die die Prüfung veranlasst hatte, sah damit Klarheit geschaffen und auch eine Schädigung der Steuerzahler nachgewiesen. Auch eine "Falschaussage" der Wiener SPÖ sei damit belegt, so Rathaus-Klubobmann Markus Wölbitsch in einer Aussendung.
Wiener Linien sollen 20 Prozent zu viel für Remise Kagran
Der
Stadtrechnungshof wertete den Erwerb der Liegenschaft in der Attemsgasse
als grundsätzlich zweckmäßig, weil er für die Erweiterung der Remise
erforderlich war. "Was jedoch die dabei gesetzten begleitenden Schritte
und die Zügigkeit der Abwicklung betraf, war die Effektivität nicht
durchgehend gegeben", heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Bericht:
"Dies führte letztlich auch dazu, dass ein rd. 20 Prozent
über der erweiterten Höchstgrenze des Verkehrswertgutachtens
angesetzter - und damit bei Betrachtung des Erwerbs der einzelnen
Liegenschaft und unter Nichtberücksichtigung des Remisengesamtprojektes
als unwirtschaftlich zu bezeichnender - Kaufpreis zu bezahlen war."
Wölbitsch: Rechtliche Schritte durch Wiener Linien
Wölbitsch
sah sich durch den Bericht bestätigt. "Damit wird vor allem auch eine
Falschaussage der Wiener SPÖ belegt, die im Zuge der Causa stets von
einem marktadäquaten Preis gesprochen hat", meint er: "Wir gehen nun
davon aus, dass die Wiener Linien ihren Versprechungen Folge leisten und
aufgrund des erlittenen finanziellen Nachteils die entsprechenden
rechtlichen Schritte einleiten. Hier ist endlich auch eine umfassende
Aufklärung der Stadtregierung vonnöten. Auch die Rolle von
SPÖ-Bezirksvorsteher (Ernst, Anm.) Nevrivy muss in dieser Causa geklärt
werden."
Verdacht, dass Nevrivy in der Caus Wienwert interne Akten weitergab
Nevrivy steht in der Causa im Verdacht, interne Akten an
den Chef der 2018 pleitegegangenen Immobiliengesellschaft Wienwert bzw.
WW Holding, Stefan Gruze, weitergegeben zu
haben. Gruze hat in weiterer Folgen über eine Projektgesellschaft
Grundstücke bei der Remise in Kagran angekauft und die Flächen später - zu
einem deutlich höheren Preis - an die Verkehrsbetriebe weiterveräußert.
Sowohl Nevrivy als auch Gruze haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Die
Pläne der Wiener Linien seien schon länger bekannt gewesen, versicherten
sie.
Wiener Linien: "Kaufpreis zwar etwas höher aber zu rechtfertigen"
Das Unternehmen selbst erklärte am Mittwoch in einer
Aussendung, dass es sich bei Projekten dieser Größenordnung nicht
ausschließen lasse, dass es bei benötigten Flächen rasche
Eigentümerwechsel gebe. "Die Wiener Linien halten fest, dass der
letztlich für das Grundstück in der Attemsgasse 4 bezahlte Kaufpreis
zwar etwas höher war als erwartet, aufgrund der Dringlichkeit der
Remisenerweiterung aber rechtzufertigen ist", hieß es in einer
Aussendung. Und: "Sollten sich die in dieser Causa erhobenen
Korruptionsvorwürfe (nicht gegen die Wiener Linien) erhärten, sind für
die Wiener Linien rechtliche Schritte denkbar."