Am Freitag soll im Wiener Gemeinderat darüber entschieden werden, ob eine U-Kommission zum Thema Wien Energie auf Schiene gebracht werden soll.
ÖVP und FPÖ haben in Wien eine gemeinderätliche Untersuchungskommission zum Thema Wien Energie initiiert. Am Freitag soll entschieden werden, ob das Gremium wie vorgesehen auf Schiene gebracht wird. In einer Präsidialkonferenz wird das weitere Vorgehen festgelegt. Prinzipiell ist geplant, die offizielle Einsetzung bzw. die Debatte darüber im Gemeinderat für den kommenden Dienstag (18. Dezember) anzusetzen.
Entscheidung über U-Kommission zu Thema Wien Energie am Freitag
Der Vorsitzende des Wiener Gemeinderates, Thomas Reindl (SPÖ), erläuterte via Aussendung am Mittwoch die weiteren Schritte. Aktuell werde der Antrag auf seine Zulässigkeit geprüft. Sollte es hier Vorbehalte geben, werde das in der Präsidiale besprochen, erläuterte Reindl auf Anfrage der APA.
Drei Vorsitzende der U-Kommission zur Wien Energie soll es geben
In
der Sitzung sollen auch bereits die drei Vorsitzenden gewählt werden.
Sie werden aus einem Kreis von 15 aktiven oder pensionierten
Richterinnen bzw. Richtern gelost. Sie haben sieben Tage Zeit, die
Bestellung anzunehmen - bei einer Ablehnung wird eine neuerliche
Auslosung durchgeführt.
"Die rasche Bestellung der drei
Vorsitzenden ist eine Voraussetzung dafür, dass auch die
Untersuchungskommission ohne Verzögerung ihre Arbeit aufnehmen kann",
schrieb Reindl in einer Aussendung. Möglich wäre auch, die Vorsitzenden
erst nach der Gemeinderatssitzung zu bestimmen.
Prüfung des Antrags auf U-Kommission zur Wien Energie
Ergibt die
Prüfung, dass der Antrag auf die Untersuchungskommission teilweise
unzulässig ist, müssten die Vorsitzenden auch ein Gutachten über die
strittigen Fragen erstellen - bevor überhaupt eine erste Sitzung
stattfindet. Falls aber alles nach Plan geht, wird die U-Kommission im
Gemeinderat am Dienstag Thema werden. Abgestimmt werden muss sie nicht
mehr. Für die Einsetzung reicht der Antrag, der von den türkisen und
blauen Abgeordneten unterzeichnet wurde.
16 Mitglieder im Wiener Gemeinderat für U-Kommission
Binnen fünf Tagen nach
der Debatte im Gemeinderat haben die Fraktionen die 16 Mitglieder und
Ersatzmitglieder für die Untersuchungskommission zu nominieren. Auf die
SPÖ entfallen dabei acht Personen, auf die ÖVP vier, auf die Grünen zwei
und auf die NEOS und die FPÖ jeweils ein Mitglied. Innerhalb von 14
Tagen nach dieser Debatte im Gemeinderat hat die konstituierende Sitzung
der Untersuchungskommission zu erfolgen.
Mutmaßungen im Wiener Rathaus, da Präsidiale erst am Freitag ist
Dass die Präsidiale erst
am Freitag stattfindet, hat im Rathaus für Mutmaßungen gesorgt. Denn
laut den geltenden Fristen müsste sie vier Werktage vor einer
Gemeinderatssitzung über die Bühne gehen, um die Kommission noch auf die
Tagesordnung des Gemeinderats zu hieven. Gemunkelt wurde nun, dass
damit die Ablehnung des Antrags und damit die Verzögerung schon fix
seien.
Das sei aber nicht so, beteuerte der
Gemeinderatsvorsitzende. Sollten sich alle Fraktionen einig sein, könnte
man nämlich diese Frist verkürzen und den Weg für eine Behandlung am
Dienstag frei machen, erläuterte Reindl im APA-Gespräch.
Wiener ÖVP steht Diskussion zur U-Kommission zur Wien Energie offen gegenüber
"Die Wiener
Volkspartei steht einer Diskussion in der Präsidialkonferenz bezüglich
des Einsetzungsantrags zur Untersuchungskommission in der Causa Wien
Energie offen gegenüber. Diese muss aber jedenfalls auf Augenhöhe
geführt werden", hielt ÖVP-Klubobmann Markus Wölbitsch in einer
Aussendung fest. Ein "künstliches Hinauszögern" sei aber definitiv
abzulehnen. Eine Beschneidung des Untersuchungsgegenstandes werde man
ablehnen.
FPÖ verlangt von Wiener Stadtregierung Verzögerungen zu unterlassen
Auch der Wiener
FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss verlangte von der Stadtregierung,
jegliche "Verzögerungs- und Vertuschungsaktionen" zu unterlassen:
"Offenbar fürchtet man sich innerhalb der SPÖ, dass die Verfehlungen und
Hintergründe um die rechtswidrigen Milliardenvergaben von Bürgermeister
Ludwig an die Wien Energie ans Tageslicht kommen."
Details können am Freitag noch verhandelt werden
Dem
Vernehmen könnte am Freitag noch über Details bzw. Formulierungen
verhandelt werden - und nicht über die grundsätzliche Zulässigkeit des
Antrags. Denn ausgegliederte Unternehmen wie die Wien
Energie dürfen von einer U-Kommission oder einem U-Ausschuss (so hieße
das Gremium, falls es nicht vom Gemeinderat, sondern vom Landtag
eingesetzt würde, Anm.) nicht geprüft werden. Erlaubt ist jedoch, die
politischen Vorgänge rund um die Milliarden-Darlehen an die Wien Energie unter die Lupe zu nehmen.