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Die ersten Reaktionen zur BP-Wahl-Hochrechnung

9-10-2022, 17:32

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sein Wahlziel erreicht - er wurde schon im ersten Wahlgang für eine zweite sechsjährige Amtsperiode gewählt. Das sind die Reaktionen nach der ersten Hochrechnung der Bundespräsidentenwahl 2022.

Laut SORA/ORF-Hochrechnung kommt Van der Bellen auf 55,4 Prozent. Das ist etwas mehr als die 53,8 Prozent, mit denen er 2016 in die Hofburg einzog.

Die anderen Kandidaten haben ihr Ziel, Van der Bellen in eine Stichwahl zu zwingen, verfehlt. Der von der FPÖ nominierte Walter Rosenkranz (FPÖ) kommt laut SORA auf 18,4 Prozent, Bierpartei-Gründer Dominik Wlazny auf 8,2 Prozent, Rechtsanwalt Tassilo Wallentin auf 8,4 Prozent und Ex-FPÖ/BZÖ-Politiker Gerald Grosz auf 5,8 Prozent.

Van der Bellen-Sprecher: "Ergebnis für uns sehr, sehr fein"

Erfreut hat sich der Sprecher von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Stephan Götz-Bruha, gezeigt, dass der Amtsinhaber im ersten Wahlgang laut ersten Hochrechnungen mit 54,6 bzw. 55,9 Prozent wiedergewählt wurde. Es sei "für uns sehr, sehr fein, wenn das Ergebnis hält", sagte Götz-Bruha im ORF.

Mit früheren Wahlen, in denen amtierende Bundespräsidenten zur Wiederwahl angetreten sind, sei dieser Urnengang nicht zu vergleichen, verwies Götz-Bruha auf die Rekordzahl von sechs Gegenkandidaten und die herrschenden Krisen. Außerdem seien Stichwahlen international durchaus üblich. Van der Bellen habe immer gesagt, dass es knapp werde und es keine gemähte Wiese gebe.

Rosenkranz "sehr zufrieden" mit Abschneiden

Der freiheitliche Bundespräsidentschafts-Kandidat Walter Rosenkranz zeigte sich nach den ersten Hochrechnungen trotz der Absoluten für seinen Herausforderer Alexander Van der Bellen "sehr zufrieden" mit seinem Abschneiden. Zwar sei das erste Ziel, eine Stichwahl, nicht erreicht worden, sagte er zur APA. Allerdings das zweite, nämlich den zweiten Platz zu erreichen. Zudem habe das Hochrechnungsergebnis auch alle Umfragen übertroffen.

Seinen Herausforderern - inklusive Amtsinhaber Van der Bellen - gratulierte Rosenkranz und fügte hinzu: "Ich habe sie auch ein bisschen lieb gewonnen." Bereits am Montag will der FPÖ-Kandidat wieder in seinem Büro als Volksanwalt arbeiten, kündigte er an.

Gerald Grosz mit eigenem Ergebnis bei der Bundespräsidentenwahl zufrieden

Anlass für großen Jubel gab die erste Hochrechnung nach der Präsidentschaftswahl bei Kandidat Gerald Grosz nicht. Aus seinem Ziel, Amtsinhaber Alexander Van der Bellen in eine Stichwahl zu zwingen, wurde nichts. Sein eigenes Ergebnis von knapp sechs Prozent sei ein "Achtungserfolg", mit "lediglich 23.000 Euro Budget und ohne Parteiapparat im Hintergrund" sei er zufrieden, sagte er der APA.

Im Beisein seines Ehemannes und einigen Journalisten und Journalistinnen verfolgte Grosz die erste Hochrechnung in einem Wiener Innenstadthotel. Das Ergebnis von Amtsinhaber Van der Bellen sei als klares Zeichen der Kritik am Amtsinhaber zu werten, befand er.

Er habe zumindest ein historisch schlechtes Wahlergebnis wiedergutgemacht, scherzte Grosz in Bezug auf das letzte Wahlergebnis in seiner Zeit als BZÖ-Obmann. Mit sechs bis sieben Prozent sei er zufrieden, in der ersten Hochrechnung der ARGE Wahlen lag er bei 5,9 Prozent. Damit wäre die Hürde für einen Einzug in den Nationalrat geschafft, eine Kandidatur bei der Nationalratswahl plane er jedoch nicht, so Grosz: "In meinem Leben wird sich wenig ändern. Ab morgen werde ich wieder arbeiten. Parteipolitiker werde ich keiner mehr, das garantiere ich."

Brunner: "Konnten unsere Botschaften unter das Volk bringen"

MFG-Chef Michael Brunner hat sich in einer ersten Stellungnahme nach der enttäuscht und zufrieden gleichzeitig gezeigt. Er hätte sich natürlich mehr als die 2 Prozent, die die erste Hochrechnung auswies, gewünscht, aber seine Partei habe mit diesem Wahlkampf ihre Botschaften unter das Volk bringen können und das sei der Erfolg. MFG stehe für einen Systemwechsel und das habe man in der Öffentlichkeit darstellen können.

Dass es nicht bei jeder Wahl gut laufen könne, liege in der Natur der Sache. Aber MFG werde weitermachen. "Wir sind gekommen, um zu bleiben", sagte Brunner direkt nach Wahlschluss in der Wahlzentrale im Palais Niederösterreich.

Staudinger: "Mit Mainstream werden wir an Wand fahren"

Der Unternehmer Heinrich Staudinger führt sein Abschneiden auch auf die geringeren finanziellen Mittel im Wahlkampf zurück. Dieser sei auch eine "Geldschlacht" gewesen, so Staudinger in einer ersten Reaktion nach der ersten Hochrechnung, die ihn bei knapp zwei Prozent sah. Seine Botschaft: "Mit dem Mainstream werden wir an die Wand fahren."

Die Medien seien leider Teil dieses Mainstreams, bedauerte der Schuhfabrikant. "Von oben" sei leider nichts zu erwarten - er hoffe daher auf die Zivilgesellschaft. Er bedauere keine Sekunde, selbst nicht mehr in den Wahlkampf investiert zu haben. Von seinem Wahlkampfbudget sei sogar noch etwas übriggeblieben. Das werde er nun Bedürftigen spenden.

(APA/Red)

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