Nach zwei Jahren Pause aufgrund von Corona konnte das Vienna Metal Meeting endlich wieder stattfinden. Dabei gibt es an zwei Tagen in Wien so einige grandiose Highlights.
Die Arena Wien öffnete ihre Pforten für das Vienna Metal Meeting. Auf zwei Bühnen heizten ein Dutzend Bands, vorwiegend aus dem Death-, Trash- und Black-Metal-Bereich, dem Publikum ein. Neben dem österreichischen Post-Black-Metal-Aushängeschild Harakiri for the Sky sorgten speziell Triptykon rund um das Schweizer Metal-Urgestein Thomas Gabriel Fischer für erste Highlights in Wien.
Vienna Metal Meeting in der Arena Wien
Ganz in schwarz, mit tief in die Stirn gezogener Haube betrat Fischer mit seinen Bandkollegen die Bühne in der Arena Wien und sollte ohne viel Tamtam für ein 75-minütiges Metal-Gewitter sorgen. Auf eine bedächtige, atmosphärisch gelungene Einstiegsnummer folgte prompt schnellere, härtere Kost. Gekonnt changiert die Band zwischen Doom-, Death-, Thrash- und auch Black-Metal und versteht es, finstere, zum Schwelgen einladende Klänge mühelos in groovige Passagen übergehen zu lassen. Die Gitarren sind schwer, der Bass fährt durch Mark und Bein und Fischer sorgt mit seiner markanten Grabesstimme für das i-Tüpfelchen.
Viele Highlights beim Vienna Metal Meeting
Der Frontmann ist in
der Szene kein Unbekannter. 1982 gründete er die Band Hellhammer, bald
darauf rief er Celtic Frost ins Leben und sollte die Entwicklung der
Subgenres Death und Black Metal mitbeeinflussen. Geschichtsbewusst
beschränkte sich Fischer nicht auf Songs von Triptykon, sondern bot dem
Publikum einen Streifzug durch die vier Jahrzehnte seines musikalischen
Werks. So ernst und präzise er sich fast schon einem Zeremonienmeister
gleich auf die Musik konzentrierte, entfuhr ihm im Spiel mit seinen
Kollegen dann sympathischerweise doch immer wieder ein Lächeln. Den
Auftritt beschloss Triptykon mit dem 19-minütigen Werk "The Prolonging"
und bewies damit wie spielerisch leicht es ihnen fällt, Intensität
aufrechtzuerhalten. "Ihr müsst aufpassen. Wenn ihr so nett seid, kommen
wir wieder", schmunzelte Fischer. Bitte gerne.
Heimspiel für die Band Harakiri for the Sky in der Arena Wien
Bereits am frühen
Abend stand ein Heimspiel für die Band Harakiri for the Sky am Programm.
Die im Mid-Tempo-Bereich angesiedelte Post-Black-Metalband konnte sich
mit der Kombination aus treibendem Schlagzeug, melancholischen
Gitarrenriffs und depressiven Texten seit ihrer Gründung im Jahr 2011
beständig einen größeren Fankreis erarbeiten. Erst unlängst kam die Band
rund um Matthias Sollak (M. S.) und Michael Kogler (J. J) von einer
Tour durch Süd- und Mittelamerika zurück. Auch landeten sie mit ihrem
jüngsten Album "Mære" auf Platz vier der deutschen Albumcharts. "Es
macht schon stolz, dass wir etwas geschaffen haben, das nicht spurlos an
den Leuten vorüber geht", meinte Kogler im APA-Gespräch.
Vienna Metal Meeting nach zwei Jahren Pause in Wien
Und
dabei war einst nicht klar, ob sie ihr erstes Album überhaupt
veröffentlichen würden. "Es war eher als Katharsis für uns gedacht",
erinnerte sich Sollak. Damals steckte das Post-Black-Metalgenre noch in
den Kinderschuhen. "Auf den ersten zwei Alben hat es noch gereicht, eine
Mischung aus Postrock und Black Metal zu spielen. Später haben wir
alles einfließen lassen, das uns freut", so Kogler. Dass Black Metal
zusehends ausfranst, stört die beiden nicht. "Das ist das Schöne daran",
sagte Sollak. "So elitär und engstirnig Black Metal teilweise auch
rüberkommt, hat er sich äußeren Einflüssen nie verschlossen. Deswegen
ist er nach wie vor so populär", meinte Kogler.
Die beiden haben
keine Angst, mit Experimenten Fans zu vergraulen. "Wenn man nichts
ausprobiert, hat man ohnehin schon verloren. Man muss sich schon selbst
verwirklichen, sonst geht es schnell bergab", sagte Sollak. Attraktiv
macht das Subgenre für Kogler "so viel Hall und Melancholie wie
möglich". Davon wird wohl auch auf dem nächsten Album reichlich zu
finden sein. "Die Ideen dafür sind da, sie müssen nur noch sortiert
werden", bat Sollak um etwas Geduld.
Thrash-Metal-Band Vektor am Freitag in der Arena Wien
Wer am Freitagabend nach Kost
abseits des Düsteren suchte, wurde bei der US-amerikanischen
Thrash-Metal-Band Vektor fündig. Mit ihrer schnellen, technischen
Spielweise ließ sie dem Publikum kaum Luft zum Atmen. Selbst ein als
"ruhig" angekündigter Song steigerte sich auf eine Geschwindigkeit, dass
einem Schlagzeuger und Gitarristen beinahe Leid tun konnten. Begleitet
wurden die teils komplexen, aber nicht auf groovige Passagen
vergessenden Nummern von hohem Kreischgesang des Sängers, dem die Freude
am Zuspruch des Publikums ins Gesicht geschrieben stand.
Vienna Metal Meeting findet erstmals an zwei Tagen in Wien statt
Das Vienna Metal Meeting findet heuer erstmals an zwei Tagen in Wien statt. Heute, Samstag, treten insgesamt 14 Bands in der Arena Wien auf, wobei die Schweizer Band Samael als Hauptact angesetzt ist. Für weitere Highlights sollen etwa Gaahls Wyrd rund um den norwegischen Black-Metal-Veteran Gaahl (Gorgoroth, God Seed), die Death-Metal-Formation Asphyx oder die zwischen Black- und Folk-Metal angesiedelte Band Saor sorgen.