Am Freitag warnten Experten bei einer Diskussionsveranstaltung der Arbeiterkammer (AK) vor den Auswirkungen der Teuerung auf den Alltag der Schüler in Wien.
Vor den Auswirkungen der Teuerung auf Wiens Schülerinnen und Schüler haben Arbeiterkammer (AK), Armutskonferenz und Praktikerinnen von Wiener Schulen am Freitag bei einer Diskussionsveranstaltung der AK gewarnt. Immer mehr Familien könnten die Kosten rund um den Schulbesuch nicht mehr alleine stemmen, laut einer Ifes-Studie im Auftrag der AK (809 befragte Eltern) werden ältere Schüler vermehrt neben der Schule arbeiten müssen.
Warnung vor Auswirkungen der Teuerung auf Schüler in Wien
Bei jüngeren Schülern rechnet demnach ein Fünftel der Eltern damit, sich die Nachmittagsbetreuung für den Nachwuchs aufgrund der Teuerung nicht mehr leisten zu können, berichtete AK-Bildungsexpertin Elke Larcher. Auch bei der Nachhilfe oder in der Freizeit, etwa beim Besuch von Sportvereinen, wollen Eltern sparen.
Über ein Drittel der Eltern brauchen Hilfe der Kinder bei Familienbudget
Bei Schülern der
Sekundarstufe 2 (Berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS,
AHS-Oberstufe, Berufsschule) setzt darüber hinaus mehr als ein Drittel
der Eltern sogar auf aktive Mithilfe des Nachwuchses, um das
Familienbudget aufzubessern: Auf die Frage "Soll Ihr Kind arbeiten/etwas
dazuverdienen, zusätzlich zum Schulbesuch" haben bei der Studie zehn
Prozent der Eltern mit "sicher" geantwortet, weitere 26 Prozent mit
"eher schon".
Viele Jugendliche hätten schon jetzt eine 50-Stunden-Woche in Schulen
Jugendliche an den berufsbildenden Schulen hätten
allerdings schon jetzt eine 50-Stunden-Woche, so Larcher. Nun sollten
sie - zusätzlich zu Vorbereitungen für die Schule - am Samstag noch
arbeiten. "Da kommt eine Generation, die durch so viel eingeschränkt
wird, was ihre Entwicklung hemmt - das ist gefährlich und wird auch
Bildungsverläufe verändern." Immerhin sei höhere Bildung teurer, durch
das Arbeiten neben der Schule werde aber der Bildungserfolg gefährdet.
Die AK erwarte hier, dass Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) aktiv
wird. "Es liegt schon in seiner Verantwortung, schnell Gegenmaßnahmen zu
ergreifen und die Kinder und Jugendlichen gut durch diese nächste Krise
zu begleiten."
Teuerung ist im Alltag der Schüler in Wien bereits angekommen
Im Alltag der Schüler ist diese den
Diskussionsteilnehmern zufolge bereits angekommen. Die Sorgen der
Familien, wie etwa Nachmittagsbetreuung oder Schulmaterialien finanziert
werden sollen, haben laut der Wiener
Schulsozialarbeiterin Verena Prasek deutlich zugenommen. "Von
Projektwochen brauchen wir noch gar nicht reden. Das wird ein massives
Problem werden." Besonders wichtig wären aus ihrer Sicht Maßnahmen wie
ein kostenloses Mittagessen und Nachmittagsbetreuung an den Schulen, und
zwar für alle Kinder unabhängig davon, ob sie eine verschränkte oder
offene Ganztagsschule besuchen.
Teuerung: Martin Schenk plädiert für einen Ausbua der Maßnahmen
Martin Schenk von der
Armutskonferenz plädiert darüber hinaus für den Ausbau bereits erprobter
Instrumente wie dem Schulveranstaltungsfonds des Bildungsministeriums.
Hilfreich wäre es außerdem, wenn die Schulbeihilfe nicht erst wie
derzeit ab der 10. Schulstufe, sondern bereits ab Schuleintritt
beantragt werden könnte.
Wiener Vize-Volksschuldirektorin Krehan verwies auf Hilfsangebote
Die Wiener
Vize-Volksschuldirektorin Irene Krehan verwies auch auf bestehende
Unterstützungsangebote über den Elternverein, der an ihrer Schule etwa
sehr großzügig sei. "Ich hoffe, dass die Eltern den Mut aufbringen
werden, zu sagen, wenn sie sich etwas nicht mehr leisten könnten."