Auch nach der Gebührenerhöhung fordert der ÖAMTC Umtauschmöglichkeiten für alte Wiener Parkscheine.
Die von der Stadt Wien für Jänner 2023 angekündigte
Parkgebührenerhöhung um gleich 14 Prozent trifft viele Menschen zum völlig
falschen Zeitpunkt. "Eine Valorisierung der Parkgebühren ist generell
fragwürdig. Der Stadt entstehen durch das Parken ohnehin kaum Kosten, zumal die
Einnahmen nicht einmal zur Schaffung von Parkraum verwendet werden",
kritisiert ÖAMTC-Verkehrsexperte Matthias Nagler.
Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist die drohende Mehrbelastung der
Wienerinnen und Wiener derzeit vollkommen unangebracht. "Mit der jüngsten
Ausweitung der Kurzparkzone bis an die Stadtgrenze und Ausdehnung bis 22 Uhr
erwarten die Stadt ohnehin bereits zusätzliche Einnahmen in Höhe von mehreren
Millionen Euro. Die Stadt ist auf die Erhöhung der Parkgebühren budgetär nicht
angewiesen und könnte sie im Sinne der Bevölkerung auch einfach
aussetzen", gibt Nagler zu bedenken.
Erfahrungsgemäß sind die Möglichkeiten zum Umtausch alter
Parkscheine stark begrenzt. So konnten sie im Zuge vergangener
Gebührenerhöhungen bislang immer nur in einem kurzen Zeitraum von wenigen
Monaten an der Stadtkasse gegen Bargeld zurückgegeben oder beim Parken
aufgebraucht werden. "Wer nach Ablauf der Frist noch alte Parkscheine hat,
hat Pech gehabt. Diese sind dann praktisch wertlos, was gerade in Krisenzeiten
besonders schmerzt", so der Experte des ÖAMTC.
Der Mobilitätsclub erinnert daher an seinen Vorschlag, eine längere und echte Umtauschmöglichkeit vorzusehen: "Schließlich haben die Bürgerinnen und Bürger vorab eine Gebühr entrichtet, ohne dass eine Leistung seitens der Gemeinde Wien erbracht wurde. Es wäre also nur fair, wenn man die Möglichkeit hätte, den fehlenden Restbetrag auf den neuen Tarif bei der Stadtkasse zu begleichen und dafür einen gültigen Parkschein zu bekommen", so Matthias Nagler abschließend.