Die FPÖ Wien beantragte eine Sondersitzung des Wiener Gemeinderats zum Personalmangel in den Krankenhäuser. Eine "Gefährdungsanzeige" kam schon von der Klinik Ottakring.
Die FPÖ Wien beantragte eine Sondersitzung zu den "Gefährdungsanzeigen" in Gemeindespitälern. Mittlerweile wurde eine solche auch für die Klinik Ottakring (Wilhelminenspital) bekannt. Geht es nach der FPÖ wird zudem über einen Misstrauensantrag gegen Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) abgestimmt. Dafür bräuchte sie aber auch ÖVP oder Grüne.
Personalnot in Spitälern: FPÖ Wien beantragt Sonder-Gemeinderat
Um einen Misstrauensantrag gegen einen amtsführenden Stadtrat einzubringen, braucht man in Wien nämlich ein Viertel der Mandatare, das sind 25. Die FPÖ hat nur acht. Landesparteichef Dominik Nepp "appellierte" an die anderen Oppositionsparteien, eine "gemeinsame Kraftanstrengung" zu unternehmen, "um eine Katastrophe im Wiener Gesundheitsbereich abzuwenden". Denn Hacker und das Management des Wiener Gesundheitsverbundes würden "mit ihrer Untätigkeit das Leben von Menschen gefährden", betonte er in einem schriftlichen Statement. Zudem sieht er Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) "letztlichverantwortlich" für die "dramatischen Zustände", nämlich dass lebensnotwendige Behandlungen aufgeschoben werden müssten oder ganze Abteilungen - wie die Urologie in der Klinik Landstraße - einfach zugesperrt würden.
Nepp appellierte an Opposition für "gemeinsame Kraftanstrengung"
Zumindest
Kritik kam am Wochenende schon von der ÖVP: Die zahlreichen
Gefährdungsmeldungen und die Schilderungen von Personal und Patienten
würden ein "desaströses Bild des Wiener
Gesundheitsverbundes zeigen", meinte Gesundheitssprecherin Ingrid
Korosec in einer Aussendung. Hacker habe zwar immerhin eingestanden,
dass das System so nicht weiter funktionieren könne. Aber er wolle
"wieder sehr viel auf Dritte" abwälzen statt selbst aktiv zu werden.
Dabei seien "tiefgreifende Maßnahmen" dringend geboten, befand Korosec.
Stadtrat Hacker (SPÖ) nannte den "aktuellen Zustand unerträglich"
Hacker
hatte in der Samstags-"Krone" den "aktuellen Zustand unerträglich"
genannt und versichert, bis 2023 spürbare Verbesserungen erreichen zu
wollen. Einmal mehr verlangte Hacker 250 Millionen Euro (von einer
Spitalsmilliarde) für die Wiener
Kliniken und drängte auf die Ausweitung der Kompetenzen der
Pflegepersonen. Nötig sei auch mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten
(mit "Bewegung" der Personalvertreter) und eine bessere Bezahlung.
Wien braucht 10.000 Plfegekräfte in den nächsten zehn Jahren
Wien braucht in den nächsten zehn Jahren 10.000 Pflegekräfte. Schon jetzt sind allein in den Wiener
Gemeindespitälern 2.000 Stellen - das ist jede 13. - unbesetzt. Betten
und ganze Stationen müssen gesperrt werden. Laut einem Bericht der
ORF-Sendung "Wien
heute" sind in der Klinik Favoriten aufgrund der Personalsituation 147
Betten gesperrt, in der Klinik Ottakring wurde die Unfallchirurgie
komplett geschlossen. Eine Gefährdungsanzeige sei verfasst worden, die
auf die Überlastung des Personals hindeute.
Wiener Gemeidnerat muss über Personalnot in Spitälern diskutieren
Über all diese Probleme muss im Wiener
Gemeinderat binnen 21 Werktagen (nach Einlangen des Verlangens)
diskutiert werden. Einberufen muss die Sondersitzung der Präsident
binnen acht Tagen.