Medienberichten zufolge herrschen in der Klinik Favoriten in Wien enorme Versorgungsprobleme. Mitarbeiter der Urologie sollen deswegen eine Gefährdungsanzeige verfasst haben.
In der Klinik Favoriten gibt es laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" (Samstag-Ausgabe) derartige Versorgungsprobleme, dass Mitarbeiter der Urologie eine Gefährdungsanzeige verfasst haben. Demnach seien die OP-Kapazitäten zu gering und Patienten müssten weggeschickt werden.
Die Wiener Oppositionsparteien FPÖ und ÖVP schießen sich deshalb auf Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ein.
In E-Mails, aus denen die "Krone" zitiert, ist von einer "Versorgungsenge bei Steinpatient*innen (Anm.: Niere/Harn) und Tumorpatient*innen" die Rede. "Die Zustände sind einfach nicht mehr tragbar", schildert ein Mitarbeiter der Klinik Favoriten laut "Krone". Patienten würden nicht aufgenommen oder an andere Kliniken verwiesen, an denen ebenso keine Kapazität vorhanden sei. In der Klinik Ottakring etwa würden Bettensperren die Aufnahmekapazitäten limitieren.
Als Lösung wurde demnach von den Verantwortlichen vorgeschlagen, mehr Patienten in die Klinik Ottakring zu schicken sowie eine "gewisse Restriktion bei Patienten aus anderen Bundesländern". Laut Gesundheitsverbund seien OP-Kapazitäten immer begrenzt, dazu kämen Urlaubszeit und Covid-Ausfälle von Mitarbeitern.
Die Wiener Opposition ist ob des Berichts
empört. "Die heute aufgedeckten skandalösen Zustände in der Klinik
Favoriten zeigen einmal mehr, dass die Gesundheitspolitik der Wiener SPÖ
lebensgefährdend ist", befand der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp in einer
Aussendung. "Wenn zu wenig Infrastruktur vorhanden ist und die
Mitarbeiter sogar Gefährdungsanzeigen verfassen müssen, weil die
Versorgung der Patienten nicht mehr gewährleistet werden kann, dann ist
endgültig Feuer am Dach." Stadtrat Hacker sei für die Personalsituation
verantwortlich.
"Derartige Zustände sind untragbar", meinte auch
ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec in einer Aussendung. "Die
aufgezeigten Missstände und Personalmängel in den Kliniken des Wiener
Gesundheitsverbundes müssen so schnell wie möglich behoben werden."
Gesundheitsstadtrat Hacker müsse "schleunigst seiner Verantwortung
nachkommen", forderte sie.