Ab kommendem Dienstag muss sich der Rüstungslobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly erneut am Wiener Landesgericht wegen Geldwäscherei verantworten.
Gerichtssprecherin Christina Salzborn bestätigte der APA am Freitag den Termin. Mensdorff-Pouilly soll aus einem Verbrechen eines früheren Bereichsleiters des Eurofighter-Herstellers EADS herrührendes Vermögen verschoben haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Die inkriminierten Vorgänge liegen über 15 Jahre zurück.
Ausgangspunkt des Ganzen waren laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Untreue-Handlungen eines EADS-Managers, der ab März 2005 mittels Scheinverträgen rund 93 Mio. Euro von der EADS Deutschland GmbH (EADS-D) an die Vector Aerospace LLP überwiesen haben soll, wobei der größte Teil davon - nämlich 84 Mio. Euro - als "eine schwarze Kasse zur Verfolgung von außerhalb der legitimen unternehmerischen Interessen der EADS-D stehenden Zwecken dotiert wurde", wie die WKStA in ihrer Anklage festhält.
Davon landeten dann zwei Mio. Euro unter dem
Zahlungszweck "Vergütung" auf dem Konto einer in Wien etablierten
Gesellschaft, welche die WKStA dem Einflussbereich Mensdorff-Pouillys
zurechnet. Von dieser Summe gingen am 5. April 2006 300.000 Euro als
"Darlehensrückzahlung" an eine Gesellschaft in Budapest, zwischen Ende
April 2006 und Anfang Juli 2007 soll Mensdorff-Pouilly
die Barbehebung der restlichen 1,7 Mio. Euro veranlasst und persönlich
entgegen genommen haben. Wo das Geld letztlich landete, konnte die WKStA
bisher nicht klären.
Das Geld soll Mensdorff-Pouilly dann großteils "zu noch festzustellenden Zwecken an noch festzustellende Dritte" weitergegeben haben, heißt es im Strafantrag. Mensdorff-Pouilly hat das im Ermittlungsverfahren bestritten und darauf verwiesen, dass er bereits im Jänner 2013 in Wien vom Vorwurf der Geldwäscherei
freigesprochen worden sei. Damals hatte man ihn verdächtigt, vom
britischen Rüstungskonzern BAE Systems über ein verschachteltes
Firmen-Netzwerk 12,64 Mio. Euro erhalten und die Millionen verteilt zu
haben, um Beschaffungsvorgänge in Zentral-und Osteuropa zugunsten des
britischen Konzerns zu beeinflussen. Das Erstgericht war am Ende eines
ausführlichen Beweisverfahrens zur Überzeugung gelangt, dass Mensdorff
Gelder von BAE Systems übernommen hätte, "aber wir wissen nicht, in
welcher Funktion". "Die Sache stinkt, aber sie stinkt nicht genug",
hielt der Richter damals wörtlich fest.
Offensichtlich dürfte auch
im nunmehrigen Fall die Beweislage nicht die üppigste sein. Das
Landesgericht für Strafsachen hatte den Strafantrag nach Informationen
der APA nämlich ursprünglich zurückgewiesen, und zwar mit der
Begründung, dass eine gerichtlich bereits entschiedene Sache und
außerdem Verjährung vorliege. Das übergeordnete Oberlandesgericht (OLG)
Wien sah das anders, so dass jetzt die Verhandlung vor einem Einzelrichter stattzufinden hat.
Vorerst sind zwei Verhandlungstage anberaumt, wobei Zeugen erst für Mittwoch (17. August) geladen sind. Ob dann bereits mit einem Urteil zu rechnen ist, ist fraglich, denn einige Zeugen sollen sich krankheits- bzw. urlaubsbedingt entschuldigt haben.