Trotz der Förderstopps der Stadt Wien besteht der Wiener Communit-TV-Sender Okto in eingedampfter Form weiter.
Ermöglicht wird das u.a. durch eine Aufstockung des nichtkommerziellen Rundfunkfonds wie auch durch die heuer erstmals auszuschüttende Medien-Digitalisierungsförderung. Dennoch müsse man ein "massives Kostensparprogramm" fahren, so Wiener Community-Tv-Sender Okto TV-Geschäftsführer Christian Jungwirth zur APA. Die Mitarbeiterzahl verringerte sich erheblich, Aus- und Fortbildungsangebote leiden.
500.000 Euro steuerte die Stadt Wien zuletzt zum Erhalt von Okto TV bei. In den Jahren davor waren es 750.000 Euro. Insgesamt kamen seit Gründung im Jahr 2005 auf diesem Weg rund 18 Mio. Euro zusammen. Mittlerweile wolle man aber Projekte abseits des linearen Fernsehens unterstützen, begründete ein Sprecher des Wiener Finanzstadtrats Peter Hanke (SPÖ) einst den Förderstopp. Der Okto TV-Geschäftsführer ortete dagegen eine politische Entscheidung. "Wir sehen die Stadt Wien aber nach wie vor in der Pflicht", so Jungwirth. Sie sei eingeladen, sich im Falle eines Umdenkens wieder bei Okto TV zu melden.
Einstweilen
vertraut Jungwirth darauf, dass dem Communitysender durch die
Aufstockung des nichtkommerziellen Rundfunkfonds der RTR von drei auf
fünf Mio. Euro mehr Förderung als bisher zugesprochen wird. Im Vorjahr
waren es 425.000 Euro, auf 700.000 Euro hofft der Geschäftsführer in
Zukunft, wie auch "Der Standard" berichtete. Weiteres
Standbein soll die neu eingerichtete Medien-Digitalisierungsförderung
werden. Hier verspricht sich Jungwirth rund 100.000 Euro. Für beide
Förderungen müssen Eigenmittel vorgewiesen werden. Um diese auch zu
stemmen, forciere man nun den über die vergangenen Jahre aufgebauten
Dienstleistungsbereich - etwa Auftragsproduktionen im Werbe- oder
Social-Media-Bereich, so Jungwirth.
Auf das finanzielle Niveau von vor dem Förderstopp kommt Okto TV so aber dennoch nicht. Die vormals rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (rund 15 Vollzeitäquivalente) wurden auf ein fünfköpfiges Managementteam reduziert. Bisher für geringe Summen angebotene Aus- und Weiterbildungen seien nicht mehr möglich, erklärte Jungwirth. Niederschwellige diesbezügliche Angebote würden nun am Markt fehlen. "Wir haben aber nach wie vor den Anspruch, einen offenen Zugang zum Medium Fernsehen zu gewährleisten", zeigte sich Jungwirth kämpferisch. In einer kommenden Klausur soll geklärt werden, wie man den operativen Betrieb künftig gewährleistet.