Die Stimmen zur Entfernung des umstrittenen Lueger-Denkmals in Wien werden lauter. Auch eine Umbenennung des Lueger-Platzes wird gefordert.
Die Debatte um das Wiener Karl-Lueger-Denkmal an der Ringstraße wird intensiver. Gefordert wird inzwischen immer häufiger eine vollständige Entfernung und eine Umbenennung des Lueger-Platzes. Dafür hat sich etwa die Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus in Österreich am Montag ausgesprochen. Co-Präsident Benjamin Kaufmann empfahl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Zeithistoriker Dirk Rupnow eine Neu-Aufstellung im musealen Kontext.
Verwiesen wurde dabei auch auf den am Wochenende veröffentlichten Offenen Brief namhafter Holocaust-Überlebender. Neun Personen, unter ihnen Nobelpreisträger Eric Kandel und der Schriftsteller Georg Stefan Troller, fordern Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) darin zum Handeln auf. Auch die Wiener Grünen plädierten am Montag für einen Abbau der Skulptur.
Die
Stadt ist bisher gegen eine Entfernung des Denkmals für den früheren
Bürgermeister und bekennenden Antisemiten Lueger (1844-1910). Angestrebt
wird vielmehr eine "künstlerische Kontextualisierung". Die inhaltlichen
Kriterien für den geladenen Wettbewerb soll eine wissenschaftliche
Kommission festlegen. Das insgesamt 20 Meter hohe Denkmal mit einer vier
Meter hohen Bronzefigur Luegers am Stubentor wurde 1926 errichtet und
sorgt seit Jahren für Debatten.
"Seine" Straße hat der frühere
Stadtchef übrigens bereits 2012 verloren. Damals wurde der Lueger-Ring
in Universitätsring umbenannt.