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Immer mehr wollen Entfernung des Lueger-Denkmals in Wien

27-06-2022, 12:18

Die Stimmen zur Entfernung des umstrittenen Lueger-Denkmals in Wien werden lauter. Auch eine Umbenennung des Lueger-Platzes wird gefordert.

Die Debatte um das Wiener Karl-Lueger-Denkmal an der Ringstraße wird intensiver. Gefordert wird inzwischen immer häufiger eine vollständige Entfernung und eine Umbenennung des Lueger-Platzes. Dafür hat sich etwa die Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus in Österreich am Montag ausgesprochen. Co-Präsident Benjamin Kaufmann empfahl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Zeithistoriker Dirk Rupnow eine Neu-Aufstellung im musealen Kontext.

Lueger-Denkmalin Wien: Stimmen für Entfernung werden lauter

Verwiesen wurde dabei auch auf den am Wochenende veröffentlichten Offenen Brief namhafter Holocaust-Überlebender. Neun Personen, unter ihnen Nobelpreisträger Eric Kandel und der Schriftsteller Georg Stefan Troller, fordern Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) darin zum Handeln auf. Auch die Wiener Grünen plädierten am Montag für einen Abbau der Skulptur.

Stadt Wien bislang gegen Entfernung

Die Stadt ist bisher gegen eine Entfernung des Denkmals für den früheren Bürgermeister und bekennenden Antisemiten Lueger (1844-1910). Angestrebt wird vielmehr eine "künstlerische Kontextualisierung". Die inhaltlichen Kriterien für den geladenen Wettbewerb soll eine wissenschaftliche Kommission festlegen. Das insgesamt 20 Meter hohe Denkmal mit einer vier Meter hohen Bronzefigur Luegers am Stubentor wurde 1926 errichtet und sorgt seit Jahren für Debatten.

"Seine" Straße hat der frühere Stadtchef übrigens bereits 2012 verloren. Damals wurde der Lueger-Ring in Universitätsring umbenannt.

(APA/Red)

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