Der 50-jährige Angeklagte war seit mehr als 30 Jahren im Bankgeschäft tätig. Zuletzt arbeitete der ehemalige Bankangestellte für ein Institut im Privatkundengeschäft und betreute Wertpapierdepots.

Der 50-jährige Angeklagte war seit mehr als 30 Jahren im Bankgeschäft tätig. Zuletzt arbeitete der ehemalige Bankangestellte für ein Institut im Privatkundengeschäft und betreute Wertpapierdepots.
In dieser Funktion vergriff er sich von April bis November 2021 am Konto einer vermögenden 90-Jährigen. Ohne das Wissen der Frau tätigte der 50-Jährige Verkäufe und leitete die Erlöse auf sein Konto um. 13 derartige Transaktionen waren von der Anklage umfasst.
Am Wiener Landesgericht zeigte sich der Mann reumütig geständig. "Mir ist vollkommen klar, dass das absoluter Wahnsinn ist. Ich schäme mich sehr dafür", sagte der 50-Jährige.
Der Bankangestellte sei nicht spielsüchtig und habe auch keinem Luxusleben gefrönt, betonte Verteidiger Normann Hofstätter: "Er hat nicht einmal ein Auto oder eine eigene Wohnung. Er wohnt in Untermiete bei seiner Lebensgefährtin." Allerdings habe das Elternhaus des Mannes Unsummen verschlungen: "Es ist groß und renovierungsbedürftig. Und die Reparaturen sind sehr teuer."
Er sei "in extreme Furcht und Angst gekommen", sich den Erhalt des Hauses nicht mehr leisten zu können, gab der Angeklagte zu Protokoll. Daher habe er das Konto der älteren Dame geplündert: "Ich bin in einen völlig irrationalen Zustand gekommen."
Ein Schöffensenat verurteilte den bisher Unbescholtenen wegen Untreue zu acht Monaten bedingter Haft. Mit dem Urteil waren der inzwischen Beschäftigungslose und sein Rechtsbeistand sowie die Staatsanwältin einverstanden. Die Entscheidung ist rechtskräftig.
(APA/Red)
