Außenminister Alexander Schallenberg hat Experten aus aller Welt nach Wien geladen, um für ein universelles Atomwaffenverbot zu werben.
Einen Tag vor dem Start der UNO-Konferenz über den Atomwaffenverbotsvertrag veranstaltet das Außenministerium am Montag eine internationale Konferenz über die humanitären Auswirkungen dieser Massenvernichtungswaffen.Wie dringlich das Anliegen ist, zeigen nicht zuletzt die Atomdrohungen des russischen Aggressors Wladimir Putin im Ukraine-Krieg.
Eröffnet wird die Konferenz von der UNO-Abrüstungsbeauftragten Izumi Nakamitsu und dem früheren Chef der UNO-Atombehörde, Mohamed ElBaradei. Schallenberg wird wegen des EU-Außenministerrates per Videobotschaft dabei sein. Bei der ganztägigen Konferenz sollen neben Experten auch Opfer von Atomwaffentests sprechen.
Wie es aus dem Ministerium hieß, soll ein möglichst umfassender Überblick über die Risiken von Atomwaffen geboten werden - von Umweltschäden durch Atomtests bis zu den Auswirkungen durch Hyperschallraketen oder den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Militärbereich. Die Botschaft ist einfach: Die Risiken von Atomwaffen sind so groß, dass ein Festhalten an ihnen unverantwortlich ist und an ihrer Ächtung kein Weg vorbei führt.
Diese Überzeugung liegt auch
dem Atomwaffenverbotsvertrag zugrunde, der im Jänner des Vorjahres in
Kraft getreten ist. Ab Dienstag kommen die Staaten des Verbotsvertrags
in Wien zu ihrer ersten Konferenz zusammen. Geleitet wird das von
UNO-Treffen vom österreichischen Spitzendiplomaten Alexander Kmentt. Die
Konferenz dient formell dazu, den Vertrag etwa durch den Beschluss
einer Geschäftsordnung mit Leben zu erfüllen. 86 Staaten haben ihn
unterzeichnet, 62 ratifiziert. Allerdings befindet sich keine Atommacht
darunter, und auch innerhalb der NATO wird massiver Druck ausgeübt, dem
Abkommen fernzubleiben. Daher wertet man es in Wien als Erfolg, dass mit
Deutschland und Norwegen zwei NATO-Staaten als Beobachter dabei sind.