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Beschlagnahmtes Krokodil im Wiener Zoo

Heute, 10:23

Der Tiergarten Schönbrunn ist das neue Zuhause eines beschlagnahmten Beulenkrokodils.

Der Tiergarten Schönbrunn hat einen 2,3 Meter langen und mit knapp 70 spitzen Zähnen ausgestatteten neuen Mitbewohner bekommen: Ein 30 Jahre altes Beulenkrokodil ist in das Terrarienhaus eingezogen. Im vergangenen Jahr sorgte das Männchen deutschlandweit für Schlagzeilen: "Das Krokodil wurde zehn Jahre lang privat in einem Schrebergarten in Thüringen gehalten", sagte Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München, am Donnerstag in einer Aussendung des Zoos.

Neues Zuhause

"Als die Besitzer die Haltungsbedingungen nicht mehr erfüllen konnten, wurde es von den Behörden beschlagnahmt", sagte Baur. In der Münchner Auffangstation werden jährlich mehrere tausend Tiere aufgenommen, medizinisch versorgt und weitervermittelt. Die Zuständigen seien dankbar, dass sich in Schönbrunn ein Plätzchen für das Krokodil gefunden hat.

Im Wiener Tiergarten wartete auch ein passendes Weibchen auf den Neuzugang. Erst im vergangenen September war das alte Männchen verstorben, dementsprechend froh ist der Zoo, wieder ein Pärchen halten zu können. "Beulenkrokodile sind nur in wenigen zoologischen Gärten zu finden. Für den Fortbestand der Zoopopulation ist dieses Paar genetisch besonders wertvoll", so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Lange Zeit waren die Tiere stark bedroht. "Wegen ihres Leders wurden die Beulenkrokodile in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet - im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize - vor 40 Jahren fast ausgerottet. Der Zoo Atlanta und weitere Institute züchteten viele Tiere und wilderten sie erfolgreich aus, sodass die Art heute nicht mehr als gefährdet gilt", so Hering-Hagenbeck.

Paarungsversuche

Schönbrunn hat sich auch selbst um den Transport des Tieres nach Wien gekümmert: Kurator Anton Weissenbacher holte das Beulenkrokodil gemeinsam mit einer Tierpflegerin und einem Tierpfleger in München ab, wie es in der Aussendung hieß. In einer speziellen Transportkiste wurde es in einem Klein-Lkw in den Tiergarten gebracht.

In der Bundeshauptstadt angekommen, verbrachte das Männchen zunächst einige Tage vom Weibchen getrennt in der Anlage, um sich einzugewöhnen. "In der Zeit konnten die Tiere bereits Kontakt miteinander aufnehmen, sich sehen und riechen und miteinander kommunizieren", so Weissenbacher. Das Zusammentreffen der Krokodile verlief dann gut. Sie tauchten laut Informationen des Tiergartens sofort gemeinsam ab, unternahmen erste Paarungsversuche und liegen seither sowohl an Land als auch im Wasser gerne eng beieinander.

(APA/Red)

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