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Wiener Grüne machen mit Kampagne gegen Lobautunnel mobil

15-04-2026, 13:36

Die Proteste gegen den Lobautunnel dauern an. Nach Beginn der Vorarbeiten für die Nordostumfahrung starten die Wiener Grünen eine Kampagne gegen das Projekt. Anrainer- und Umweltinitiativen haben für den Samstag eine Demonstration in Essling angekündigt.

Das "Milliardengrab" werde nun also gegraben, äußerten die Grünen Spitzenpolitiker Judith Pühringer und Peter Kraus bei der Vorstellung der Kampagne gegen den Lobautunnel am Mittwoch. Im nördlichen Teil der geplanten S1-Trasse seien erste Bagger eingetroffen, wodurch ein Straßenbauprojekt trotz besserem Wissen umgesetzt werde, das ihrer Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß sei. "Dieses Projekt ist völlig überholt", betonte Pühringer nachdrücklich.

Wiener Grüne: Lobau-Tunnel "Sündenfall der SPÖ"

Die Lobau sei ein Naturjuwel mitten in der Stadt, gab Pühringer zu bedenken. Dieses drohe zerstört zu werden. Es werde dort viel Geld vergraben, zugleich gebe es im Zuge von Sparmaßnahmen "brutale Kürzungen". "Das ist ein historischer Sündenfall der SPÖ", konstatierte die Grün-Politikerin. Parteichef Kraus verwies weiters darauf, dass es noch keine Rechtssicherheit gebe und Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs zum Lobautunnel noch ausständig seien. "Die rechtliche Ebene wird total ausgeblendet", warnte er.

Abgesehen vom Lobautunnel werde durch den nördlich davon gelegenen Autobahnabschnitt viel Boden versiegelt, konstatierte Kraus. Die Fläche, die hier verloren gehe, sei so groß, wie der sechste Bezirk. Auch die in Aussicht gestellte Verkehrsentlastung wird angezweifelt. Schließlich kritisierte er die Stadt auch dafür, dass sie die Straßenverbindungen sich selbst als Bedingungen für den Wohnbau in der Seestadt Aspern auferlegt habe, wie er ausführte.

Befürchtet werden von den Grünen unter anderem auch Schäden für den Wirtschaftsstandort. Es bestehe die Gefahr, dass Geschäfte in neu entwickelte Gewerbegebiete entlang der Trasse abwandern, meinten sie. Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, wird auf Plakaten, die in der Stadt oder in Lokalen affichiert werden, gegen das Projekt Stimmung gemacht. Auch ein Event-Format "Milliardenshow", mit dem man an verschiedenen Stationen zum Thema informiert, ist geplant.

Kundgebung von Anrainer- und Umweltinitiativen gegen Lobautunnel

Anrainer- und Umweltinitiativen demonstrieren ebenfalls gegen den Lobautunnel. Für den kommenden Samstag wurde eine Kundgebung in Essling angekündigt. Der Protest richtet sich gegen den Baubeginn der "klimaschädlichen milliardenschweren Lobau-Autobahn" und die Vorbereitungen für den Bau des Teilabschnitts zwischen Süßenbrunn und Groß Enzerdorf. Als Teilnehmer wurden auch Wissenschaftsvertreter wie der Verkehrsplaner Hermann Knoflacher und der Ökologe Franz Essl angekündigt. Musikalisch wird der Protest unter anderem mit der Erstaufführung einer "Lobau-Hymne" untermalt.

"Die Lobau-Autobahn ist ein massiv unsoziales Projekt. Während die Preise für Klimaticket- und Wiener Linien in die Höhe getrieben werden, fließen Milliarden in den Ausbau von Autobahnen. Gleichzeitig kürzt die Wiener SPÖ im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich - also dort, wo das Geld wirklich gebraucht wird.", kritisierte Jutta Matysek, die Sprecherin der Bürgerinitiative "Rettet die Lobau - Natur statt Beton".

(APA/Red)

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