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Gewerkschaft gegen Sonntagsöffnung zum Eurovision Song Contest in Wien

Gestern, 16:32

Im Zuge der Diskussion um die Sonntagsöffnung während des Eurovision Song Contest in Wien spricht sich die Gewerkschaft GPA gegen eine zusätzliche Belastung der Arbeitnehmer aus und verweist auf eine neue Umfrage.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass auch die Bürger von Wien mehrheitlich gegen die Öffnung von Geschäften am Sonntag sind, so die Gewerkschaft GPA am Dienstag. Laut MeinBezirk befürworten 62 Prozent der Befragten, dass Geschäfte in Wien sonntags geschlossen bleiben. Zudem weist eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts IFES darauf hin, dass österreichweit 75 Prozent der Bevölkerung eine Sonntagsöffnung ablehnen.

Gewerkschaft kritisiert Debatte um Sonntagsöffnung zum Eurovision Song Contest in Wien

"Im Unterschied zu so manchen politischen Vertretern wissen die Wienerinnen und Wiener, was eine Sonntagsöffnung in der Realität bedeutet. Nämlich noch weniger Planbarkeit und schlechtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Handelsbeschäftigten, die jetzt schon unter einer enormen Arbeitsbelastung leiden", sagt Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der Gewerkschaft GPA. Eine Umfrage der Gewerkschaft GPA bestätigt, dass 93 Prozent der Wiener Handelsangestellten Sonntagsarbeit klar ablehnen.

"Auch auf Ebene der Sozialpartner wurde das Thema nicht an uns herangetragen. Somit stellt sich die Frage, wessen Interessen man mit dieser immer neu aufgewärmten Forderung überhaupt vertritt", so Carina Köpf, zuständige Handelssekretärin der GPA Wien. "Das verstärkt den Eindruck, dass hier einfach nur billige Show- Politik zur Selbstinszenierung auf dem Rücken der Beschäftigten betrieben wird", sagt die Gewerkschafterin weiter.

"Statt die immer gleiche Forderung in den Wind zu schreien, sollten manche die Zeit bis zum ESC eher dafür nutzen, aus der Vergangenheit zu lernen. Wir konnten bereits bei der EM 2008 beobachten, dass der viel prophezeite Andrang auf Geschäfte ausblieb", betonen Müllauer und Köpf weiter. "Wenn sogar die Unternehmen selbst betonen, dass sich eine Sonntagsöffnung nicht rentiert, weil damit zusätzliche Personal- und Energiekosten einhergehen, während Mehreinnahmen nicht garantiert sind, dann sollte man sich endlich diesen Fakten widmen, statt weiter Scheindebatten zu führen", appellieren Müllauer und Köpf abschließend.

(Red)

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