Im Jahr 2025 dokumentierte die Anti-Rassismus-Beratungsstelle ZARA 1.539 rassistische Vorfälle, was einem leichten Rückgang um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Betroffene meldeten im Vorjahr selbst häufiger die Vorfälle, nämlich 47 Prozent der Fälle. Im Jahr 2024 hatten nur 21 Prozent der Meldungen von Betroffenen gestammt.
Erneut betrafen über die Hälfte der gemeldeten rassistischen Vorfälle (56 Prozent) Online-Rassismus. 15 Prozent der Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum, acht Prozent betrafen Rassismus durch staatliche Behörden und Institutionen, sieben Prozent durch die Polizei. In 13 von 61 Fällen gemeldeter rassistischer Polizeigewalt reichten die Betroffenen mit Unterstützung von ZARA formale Beschwerden ein.
Der Fokus des diesjährigen ZARA-Berichts liegt auf Rassismus in Bildungsinstitutionen. 2025 wurden von der Beratungsstelle 96 Rassismus-Meldungen im Bildungsbereich dokumentiert. Der Großteil (59 Prozent) davon betraf die Schule, 20 Prozent Hochschulen, 17 Prozent andere Ausbildungen und vier Prozent Kindergärten. "Rassismuserfahrungen können sich bereits im Kindesalter negativ auf die soziale, emotionale und gesundheitliche Entwicklung auswirken", heißt es in dem Bericht.
Entwicklung der Vorfälle seit 2000 und nach Bereichen 2025.
Schülerinnen und Schüler hätten oft Angst, dass Lehrpersonen sich nach einer Beschwerde "rächen" könnten oder sogar noch andere Lehrkräfte auf ihre Seite ziehen. Vor allem jene mit weniger guten Noten würden oft befürchten, dass eine Beschwerde gegen Lehrpersonen sich negativ auf die Verhaltensnote auswirkt oder dazu führt, dass sie die schlechtere von zwei möglichen Noten erhalten. Aus diesem Grund würden Vorfälle oft nicht gemeldet, weshalb von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.