Er schnüffelt und ermittelt wieder: Rex. 1994 begann der Schäferhund seine Karriere im Fernsehen. Die Krimiserie, produziert von ORF und Sat.1, wurde seither in 125 Länder exportiert und präsentierte Wien als mögliches Tourismus-Ziel. Nach mehreren Stars auf zwei und vier Beinen sowie zahlreichen Wurstsemmeln kehrt sie ab dem 13. April auf ORF 1 zurück - mit neuem Team und in "Tatort"-Länge. Die beeindruckende Kulisse Wiens zwischen Haas-Haus, Prunksaal, Donau und Altstadt zeigt sich erneut von ihrer besten Seite.
Der erste Fall "Wien sehen und sterben" konfrontiert Chefinspektor Max Steiner (Maximilian Brückner) mit einem gescheiterten Bombenanschlag, einem Toten im Fiaker, echten Spionen und Fake-Agenten. "Beim Casting war es Liebe auf den zweiten Blick, jetzt sind wir sehr eng", sagte Maximilian Brückner bei der Präsentation in der Urania zur APA. "Die beiden sind wie ein altes Ehepaar. Mir war wichtig, dass meine Figur mit dem Hund gleichwertig wie mit einem Menschen redet, mit ihm streitet und diskutiert - das erzeugt Nähe." Der Bayer erinnert sich gut an die allerersten Folgen: "Rex war ein Superheld und diese Kombination - der Kommissar und der Hund - war großartig." Gab es Diskussionen, wer der Held sei? "Nein, der Held ist immer der Hund."
Hund "Capo" spielt Star der Serie: "Rex"
An seiner Seite im Polizeidienst: der IT-Nerd und Inspektor Felix Burger (Ferdinand Seebacher), der kauzige Gerichtsmediziner Dr. Tom Wippler (Alfred Dorfer) und die toughe Chefin Major Evelyn Leitner (Doris Golpashin). Und natürlich Rex, der im echten Leben Capo heißt. Der deutsche Schäferhund ist zweieinhalb Jahre alt und hat einen "schönen großen Kopf." Kurzum: "Er ist ein echter Hingucker", fasste es Renate Hiltl zusammen. Ihre Kollegin Farina Klause ergänzte: "Er ist ein bisschen dickköpfig, aber sehr liebenswert und treu."
Im November 2024 begann Capos Dreh-Vorbereitung. "Das Wichtigste ist Geduld, Liebe, Zeit und viele Leckerlis. Wir arbeiten ausschließlich mit positiver Konditionierung", berichteten die beiden Trainerinnen. Die größte Herausforderung für den Hund: "Bei den Dialog-Szenen ruhig liegen zu bleiben." Star-Allüren habe der Rex-Darsteller keine, auch wenn er die meiste Aufmerksamkeit am Set erhielt.
Hauptrolle für Wien
"Es war uns wichtig, dass Wien eine der Hauptrollen spielt", sagte Andreas Kopriva. Er führte bei den Folgen 1 bis 3 Regie, Esther Rauch inszenierte die Folgen 4 bis 6. "Ich war zehn Jahre alt, als der erste Kommissar Rex herauskam, und habe mir damals wegen Rex einen Hund gewünscht. Das ist ein absolutes Kultformat und ich hatte riesigen Respekt", erinnerte sich die Regisseurin.
Jeder Film ist in ein anderes Genre eingebettet, die Bandbreite reicht vom Psychothriller bis zum Kammerspiel, vom Heist-Movie bis zum Mystery-Film. Folge vier spielt im Südbahnhotel und erzählt von einer Geiselnahme während einer Theater-Vorstellung bei der zufällig der Kommissar und sein Date (Maddalena Hirschal) anwesend sind: "Birgit Minichmayr und Josef Ellers sind zwei Bühnenstars. Ich wollte, dass die Faust-Inszenierung im Film Hand und Fuß hat und kein Behelf ist", so Rauch.
Chefinnen, Mörderinnen und Alfred Dorfer
"Zwei männliche Kommissare, ein Hund - es ist eine Männergeschichte. Mir war es wichtig, dass die Frauenfiguren Substanz haben und wir die Lebensrealitäten von Frauen abbilden. Und ich habe mir gedacht: Wenn Frauen sterben, soll es wenigstens auch Mörderinnen geben", betonte die Regisseurin. Doris Golpashin mache es "großen Spaß", diesem Männer-Team vorzustehen. Für sie startete mit "Kommissar Rex" ihre Filmkarriere: "2004 hatte ich bei Kommissar Rex meine allererste Filmrolle - mit Alexander Pschill und Elke Winkens. Ich war damals noch bei Ö3 und durfte eine Radiomoderatorin unter Mordverdacht spielen - näher an meinem echten Job war ich selten, nur deutlich nervöser", erinnerte sie sich.
Für Alfred Dorfer, der einmal Chirurg werden wollte, schließt sich mit der Rolle des Gerichtsmediziners der Kreis. "Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass mir das noch passiert, weil ich schon seit 40 Jahren Schauspieler bin." Mit seinen bunten Arztkitteln bringt der Kabarettist Farbe in die Serie. "Humor ist eine großartige Bewältigungsstrategie in diesem Beruf. Zum Beispiel diese Beiläufigkeit, dass er neben der Leiche Topfengolatschn isst. Ich bin schon sehr gespannt, wie die deutschen Zuschauer darauf reagieren, weil die humormäßig ja eher eng geführt sind in Sachen Witze über den Tod."
"Kommissar Rex": Sechs neue Folgen ab 13. April, jeweils montags um 20.15 Uhr auf ORF 1 und 24 Stunden (1. Fall) sowie 7 Tage im Voraus auf ORF ON. Am 13. April um 21.50 Uhr beleuchtet eine neue "Fernsehgeschichte(n)"-Dokumentation das TV-Phänomen "Kommissar Rex".