Die Wiener Grünen fordern verstärkte Unterstützung für Jugendliche aufgrund zunehmenden Drucks. Hohe Gebühren, teure Mieten und ein Mangel an Lehrstellen verursachen Zukunftsängste bei jungen Menschen, erklärte Parteichefin Judith Pühringer. Gefordert wird unter anderem ein günstigeres Öffi-Ticket für Unter-26-Jährige.
"Junge Menschen müssen derzeit mit vielen Herausforderungen kämpfen", so Judith Pühringer. So seien etwa die Kosten für das Wiener-Linien-Ticket für Studierende um 100 Prozent gestiegen. Zugleich sei es schwierig, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Allein für 230 Lehrstellen im Bereich der Stadt gebe es mehr als 10.000 Bewerbungen, berichtete sie.
Die Zahl der jungen Arbeitslosen sinke nicht, sondern bleibe mit rund 13.000 konstant. "Extrem" sind laut Pühringer auch die Mieten gestiegen. Es gebe zudem immer mehr befristete Mietverhältnisse. Das alles führe unter anderem dazu, dass viele Jugendliche sich von der Politik nicht mehr gehört fühlen, verwies die Grünen-Chefin auf die Ergebnisse der jüngsten Demokratiemonitor-Untersuchung. Auch Einsamkeit stelle ein Problem dar, erläuterte Jugendsprecher Theo Löcker. Zugleich sei das Thema stigmatisiert. Viele würden davon ausgehen, dass junge Menschen, die ohnehin ständig am Handy seien, nicht einsam sein könnten. Das sei aber ein Irrtum, denn das bedeute nicht notwendig, dass man über ein gutes soziales Netz im Umfeld verfüge, warnte Löcker.
Die Grünen hätten darum Initiativen gegen Jugendeinsamkeit gestartet, berichtete er. Dazu gehört etwa ein Buddy-Projekt in Fitnessstudios. Von der Stadt erwartet man sich unter anderem Schritte zur finanziellen Entlastung der Betroffenen. Gefordert wird unter anderem eine Jahreskarte für Menschen unter 26 Jahren, die 79 Euro pro Jahr kosten soll. Das ist deutlich weniger als das kürzlich präsentierte Jugendticket der Wiener Linien, das mit 300 Euro zu Buche schlägt. Auch ein Wohnungskautionsfonds wie er etwa schon in Graz existiert sowie ein erleichterter Zugang zum Gemeindebau wird verlangt. Weiters sollen die Lehrstellen in den städtischen Betriebe ausgebaut werden. Auch ein Fonds, der Betriebe bei der dualen Ausbildung unterstützt, findet sich auf der Liste der Forderungen. Als Vorbild wurde hier die deutsche Stadt Bremen genannt.