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80 % Männer im Spitzensport – Wien fordert jetzt Kurswechsel

13-03-2026, 01:09

Vier von fünf Spitzenfunktionen im österreichischen Sport sind männlich besetzt. Beim Netzwerkauftakt 2026 in der Vienna Grand Gallery diskutierten Politik, Verbände und Wirtschaft konkrete Schritte für mehr Frauen in Führung und Coaching.

80 Prozent der Präsident:innen, 80 Prozent der Generalsekretär:innen und 80 Prozent der Trainer:innen im österreichischen Spitzensport sind Männer. Diese Zahlen standen im Zentrum des Netzwerkauftakts 2026 von "Mein Sportnetzwerk Wien" am 9. März 2026 in der Vienna Grand Gallery.

Unter dem Schwerpunkt "Mehr Frauen im organisierten Sport" kamen Vertreter:innen aus Sport, Politik, Vereinen, Verbänden und Wirtschaft zusammen. Ziel war es, konkrete Maßnahmen zu diskutieren, um den Anteil von Frauen in Führungs- und Entscheidungsfunktionen nachhaltig zu erhöhen.

Politik und Sport diskutieren strukturelle Hebel

Am Podium diskutierten MMag.a Michaela Schmidt, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Mag.a Katja Kosak (Leitung Gender-Trainee-Programm BMWKMS), die ehemalige Beachvolleyball-Profi Sara Montagnolli, Juristin und ehemalige Spitzensportlerin Mag.a Doris Graf, MBA, sowie Wiens Sportstadtrat Peter Hacker. Moderiert wurde das Gespräch von Daniel Hupfer.

Zentrales Ergebnis der Diskussion: Ein bloßes Festhalten an Quotenregelungen reiche nicht aus. Entscheidend seien wirksame Programme, gezielte Ausbildung und Mentoring. Als Beispiele wurden das Gender-Trainee-Programm sowie das Projekt "35 by 32" genannt, mit dem Sara Montagnolli 2026 in eine Pilotphase startet. Geplant sind Trainerinnen-Workshops für Frauen im Beachvolleyball.

Sichtbarkeit als Schlüssel

Neben strukturellen Maßnahmen wurde die Rolle von Vorbildern betont. Weibliche Führungspersönlichkeiten im Sport müssten stärker sichtbar gemacht werden, um Hemmschwellen abzubauen und mehr Frauen zur Übernahme von Verantwortung zu ermutigen.

Sportstadtrat Peter Hacker verwies darauf, dass Wiener Vereine bereits von zahlreichen engagierten Frauen profitieren. Ihr Anteil in verantwortungsvollen Funktionen könne jedoch weiter wachsen. Die Stadt Wien setze dort an, wo sie unmittelbar Einfluss nehmen könne – etwa über Förderschwerpunkte, Infrastruktur und Rahmenbedingungen für Vereine und Verbände.

Olympiasiegerin zu Gast

Für sportliche Akzente sorgte eine Showeinlage des Vienna Victory RG Klub aus Wien-Donaustadt. Der Verein bietet Training für Mädchen ab drei Jahren bis hin zum Leistungsniveau an. Organisiert wurde dieser Programmpunkt von Präsidentin Evelina Brada.

Unter den Gästen befand sich auch Olympiasiegerin Oleksandra Oleksandriwna Tymoschenko, die 1992 in Barcelona Gold gewann. Im Anschluss an die Diskussion bot ein Speed-Networking-Format Gelegenheit zum Austausch innerhalb der Wiener Sportcommunity.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Yvonne Rychly, Initiatorin von "Mein Sportnetzwerk Wien", Landtagsabgeordnete und Sportsprecherin der SPÖ Wien, in Zusammenarbeit mit Social City Wien und Brandsetter. Gastgeber war Nikolaus Brada (Nibra), Veranstaltungsort die Vienna Grand Gallery.

"Mein Sportnetzwerk Wien" kündigte an, die Ergebnisse der Diskussion auszuwerten und gemeinsam mit Wiener Vereinen und Verbänden nächste Schritte zur nachhaltigen Stärkung des Frauenanteils im organisierten Sport zu definieren.

(Red.)

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