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"Raus aus dem Asphalt!": Weitere Bahnhofsvorplätze in Wien werden klimafit

Heute, 15:16

Bahnhofsvorplätze sind wichtige Ankunftspunkte in einer Stadt. Viele dieser Bereiche waren bisher unattraktive, graue Flächen. In Zusammenarbeit mit den ÖBB läuft jedoch eine Umgestaltung mit dem Ziel, diese Areale in Wien grüner und einladender zu machen.

Der Praterstern wurde erfolgreich umgestaltet, der Grünraum verdoppelt und die Anzahl der Bäume erhöht. Der Julius-Tandler-Platz am Franz Josefs Bahnhof hat seinen Grünraumanteil stark vergrößert. Der Maria Restituta Platz wird gerade umgestaltet, und beim Hauptbahnhof beginnt die Umgestaltung noch dieses Jahr. Für den Bahnhof Floridsdorf ist die Bürgerbeteiligung abgeschlossen, die Planungen starten bald. In der Donaustadt entstand beim U2-Station Aspern Nord ein neuer Verkehrsknotenpunkt: Der Nelson-Mandela-Platz wird ab Sommer ein begrüntes Eingangstor zur Seestadt Aspern sein.

"Raus aus dem Asphalt!": Bäume und Entsiegelung für Bahnhofsvorplätze in Wien

"Mit unserer "Raus aus dem Asphalt"-Offensive haben wir in den letzten Jahren bereits mehr als 340 Projekte in ganz Wien umgesetzt. Dabei wurden allein im Straßenraum und auf Plätzen rund 3.300 Bäume gepflanzt und zigtausende Quadratmeter entsiegelt. Gerade bei den Bahnhofsvorplätzen - wie am Praterstern oder beim Franz Josefs Bahnhof haben wir bereits sicht- und fühlbare Schritte zur Entsiegelung, Begrünung, Kühlung und genereller Aufwertung gesetzt. Wir transformieren diese stark frequentierten Bahnhofsvorplätze ganz bewusst und gestalten aus oft sehr tristen, stark versiegelten Plätzen attraktive und sichere Orte, an denen man sich gerne aufhält. Etliche Projekte sind in Umsetzung oder Planung, wie der Franz-Jonas- Platz in Floridsdorf. Besonders attraktiv wird auch der neue Öffi- Knotenpunkt in Aspern Nord. Dort entsteht bis zum Sommer in Kooperation mit der Wien 3420 AG der neue Nelson-Mandela-Platz mit großzügigen Grünflächen und 75 zusätzlichen Bäumen", so Planungsstadträtin Ulli Sima, die sich bei den Bezirken für die so gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt.", so Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima, die sich bei den Bezirken für die so gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt.

"Bahnhöfe sind für uns mehr als nur Orte, an denen Züge halten. Sie sind Orte der Begegnung, oft der erste Eindruck, den man von einer Stadt oder vom Bahnfahren bekommt. Deshalb legen wir großen Wert darauf, diese Räume über das reine Umsteigen hinaus aufzuwerten. Indem wir die Vorplätze modern und ansprechend gestalten, verbessern wir nicht nur den Komfort für unsere Fahrgäste spürbar, sondern tragen auch aktiv zu einer grüneren Stadt bei. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien ist dabei entscheidend, denn nur gemeinsam können wir Mobilität und Aufenthaltsqualität an unseren Bahnhöfen zukunftsfähig verbinden.", sagt ÖBB-Infrastruktur Vorständin Silvia Angelo.

Verdoppelung von Grünraum und Bäumen am Wiener Praterstern

Der Praterstern, ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt in Wien, war der Ausgangspunkt für eine Initiative zur Begrünung und Entsiegelung der Bahnhofsvorplätze. Vor der Umgestaltung wurde ein Alkoholverbot erlassen. Seit Abschluss der Arbeiten 2022 ist der Bereich in eine kühle, grüne Oase umgewandelt worden. Insgesamt sorgen nun 101 Bäume, darunter 56 neu gepflanzte, für ein angenehmes Mikroklima. Darunter befinden sich 13 große Platanen, die mit ihren Kronen Schatten spenden. Das "Schwammstadt-Prinzip" fördert ein gesundes Baumwachstum, indem es unterirdischen Wurzelraum durch verbundene Baumscheiben bereitstellt.

Der Platz zeigt jetzt alle Aspekte klimabewusster Stadtplanung mit einer Verdoppelung der Grünflächen auf 8.000 Quadratmeter und dem größten Wasserspiel in Wien. Ein 2,5 Meter breiter, bepflanzter Ring umgibt den Praterstern auf 1.400 Quadratmetern und verbessert das Mikroklima. Zudem wurde die Beleuchtung modernisiert und die Bahnunterführung heller gemacht, um die Sicherheit zu erhöhen. 190 neue Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen und Entspannen ein. Insgesamt 340 Fahrradabstellplätze ergänzen das Angebot für umweltfreundliche Mobilität.

100 mal mehr Grünfläche für Franz-Josefs-Bahnhofvorplatz

Ein weiteres erfolgreiches Beispiel dafür, wie das Umfeld eines Verkehrsknotenpunkts erheblich aufgewertet werden kann, ist der Julius-Tandler-Platz vor dem Franz-Josefs-Bahnhof im 9. Bezirk. Im letzten Jahr wurde dieser - basierend auf umfassender Bürgerbeteiligung - von einer grauen Asphaltfläche zu einer ansprechend gestalteten Oase mit Beeten, neuen Bäumen, einem Wasserspiel, moderner Pflasterung und attraktiven Sitzgelegenheiten umgestaltet und soll bis Ende Dezember 2025 fertiggestellt werden. Die Aufenthaltsqualität und das Mikroklima am Julius-Tandler-Platz sowie in der Nordbergstraße von der Alserbachstraße bis zum Spittelauer Platz konnten dadurch dauerhaft und nachhaltig verbessert werden.

Das Maßnahmenpaket ist umfangreich: Am Platz wurden 46 neue Bäume gepflanzt, darunter viele großkronige XL-Bäume. Stühle, Bänke, Baldachine, Wasserspiele und Trinkbrunnen verbessern das Erscheinungsbild des Platzes weiter. Die Grünfläche wurde von 21 auf beeindruckende 2.140 Quadratmeter erweitert. Parallel zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde entlang der Fuchsthallergasse und Alserbachstraße eine über 1.200 Meter lange Radroute durch den Alsergrund zu einem sicheren und komfortablen Radweg umgebaut. Dadurch entsteht nun eine moderne, hochwertige Radverbindung vom Donaukanal bis zum Gürtel.

Wiener Hauptbahnhof erhält klimafittes Outfit

Noch in diesem Jahr beginnt der Umbau des Wiener Hauptbahnhofs, an dem täglich über 1.000 Züge ankommen. Der große Vorplatz am Haupteingang sowie der hintere Bereich des Bahnhofs werden entsiegelt, begrünt und temperiert. Anstelle der sommerlichen Hitze und der grauen Flächen wird künftig ein klimafreundliches Umfeld den größten und meist frequentierten Bahnhof Österreichs umgeben. Unter dem Motto "Raus aus dem Asphalt" sollen Bäume, Gräser, neue Grünflächen und kühlende Nebelstelen den zentralen Verkehrsknotenpunkt in einen ansprechenden Aufenthaltsort verwandeln.

Noch in diesem Jahr beginnt die Umgestaltung auf der Rückseite des Hauptbahnhofs, im kommenden Jahr wird dann der Bereich am Haupteingang verändert. Vorgesehen sind große Beete mit Stauden und Gräsern sowie 35 Bäume, die das Mikroklima verbessern und Schatten spenden sollen. Wo es erforderlich ist, werden erhöhte Einfassungen um die Grünflächen gebaut, um den Bäumen genügend Raum für die Wurzeln zu bieten. Im gesamten Projektgebiet werden über 3.500 Quadratmeter entsiegelt, zudem wird die Radwegeinfrastruktur in der Umgebung verbessert.

Bahnhofvorplatz für S-Bahn-Station Handelskai als begrünter Treffpunkt für die Brigittenau

Der Vorplatz der Station Handelskai im 20. Bezirk wird derzeit umfassend umgestaltet und soll im Sommer eröffnet werden. Mehr als 6.000 Quadratmeter entsiegelte Fläche, 13 neue Bäume, ein Wasserspiel sowie Sitzmöglichkeiten werden den Maria Restituta Platz künftig attraktiver machen. Eine helle, sickerfähige Pflasterung, zwei Trinkbrunnen und Pergolen mit Sprühnebel bieten zusätzliche Abkühlung für das Viertel. Die bestehenden Marktflächen unter den Brückentragwerken bleiben erhalten und werden mit Unterflurverteilern versehen, die Stromanschlüsse für Verkaufsstände bieten. Damit bleibt der Platz ein lebendiger Treffpunkt für Wochen- und saisonale Märkte.

Floridsdorfer Bahnhofvorplatz wird attraktiver und sicherer Ort für alle

Im Herzen von Floridsdorf liegt der fünftgrößte Bahnhof Österreichs, davor befindet sich der Franz-Jonas-Platz. Die Station Floridsdorf dient als Endpunkt der U-Bahnlinie U6 und ist zudem Haltestelle für diverse Straßenbahn- und Buslinien. Der veraltete Franz-Jonas-Platz soll nun in mehreren Phasen umgestaltet werden, um durch Begrünung und Gestaltungsmaßnahmen ein angenehmerer Ort zu werden. Bereits im letzten Jahr wurde als erster Schritt ein Alkoholverbot auf dem gesamten Platz eingeführt, um die Atmosphäre zu verbessern. Im Rahmen eines anschließenden Beteiligungsprozesses gingen über 2.000 Rückmeldungen von Bürgern und Anwohnern ein. Ein klares Ergebnis zeichnete sich ab: Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grünflächen, bessere Orientierung und erhöhte Sicherheit werden gewünscht. Der Platz soll nicht nur als Verkehrsknotenpunkt dienen, sondern auch zum Verweilen einladen – mit großen Bäumen, Grünflächen und Wasser zur Abkühlung. Auch eine klare Wegführung, barrierefreie Oberflächen, verbesserte Beleuchtung und eine bessere Anbindung für Radfahrer wurden als wichtige Anliegen genannt. Derzeit ist der Planungsprozess im Gange, um die zahlreichen Wünsche und Ideen in ein umfassendes Konzept zu integrieren.

Neuer klimafitter Nelson-Mandela-Platz am Öffi-Großknotenpunkt Aspern Nord

Im Nordosten Wiens entsteht die Seestadt Aspern, ein Stadtteil für über 25.000 Einwohner und 20.000 Arbeitsplätze. Zusammen mit angrenzenden Entwicklungsgebieten werden klimafreundliche Wohnungen für mehr als 60.000 Menschen geschaffen. Eine gute Anbindung ist durch die Verlängerung der U-Bahnlinie U2, der Straßenbahnlinie 27 und mehrerer Buslinien sichergestellt. Die Station Aspern Nord, an der die S80 hält, wird ein neuer Verkehrsknotenpunkt, der die Stadtteile mit dem Zentrum und dem Hauptbahnhof verbindet. Die S80 bietet direkte Verbindungen nach Wien Simmering und Wien Meidling. Zudem ist Aspern Nord über die Marchegger Ostbahn international angebunden; mit dem REX erreicht man Bratislava in etwa 40 Minuten. Der Bahnhof spielt somit eine zentrale Rolle für die Seestadt Aspern, den Pendelverkehr und die regionale Entwicklung.

Am Nelson-Mandela-Platz laufen derzeit Bauarbeiten, um ihn als klimafitten Verkehrsknotenpunkt Aspern Nord zu gestalten. Auf über 10.000 Quadratmetern entstehen Grünflächen, helle Pflasterungen und 75 Bäume, die Schatten bieten werden. Ein Brunnen sorgt für Abkühlung und zahlreiche Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Der Platz soll als grünes Entree zur Seestadt Aspern und als Vorzeigeprojekt für Verkehrsknotenpunkte in Wien dienen. Sima dankt den beteiligten Partnern für die erfolgreiche Zusammenarbeit. "Wie im gesamten Norden der Seestadt wird auch der Nelson-Mandela -Platz nach dem Schwammstadtprinzip umgesetzt. Wenn in einigen Jahren die letzten Grätzel im Norden der Seestadt gebaut werden und der Platz sein endgültiges Gesicht erhält, soll der Baumbestand schon so gut angewachsen sein, dass der Platz trotz seiner vielen Nutzungen und Verkehrsachsen erfrischende grüne Schatteninseln bereit hält", so Wien 3420-Vorstand Robert Grüneis.

(Red)

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