logo



[email protected]

Nach Weißmann-Rücktritt: Babler für ORF-Chefin

Heute, 12:10

Die Mehrheit der Politiker hat den Rücktritt von ORF-Chef Weißmann nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen als notwendige Konsequenz angesehen und gefordert, dass bei der Neubesetzung Transparenz gewahrt wird.

"Ein notwendiger Schritt, damit das hohe Ansehen des ORF keinen Schaden nimmt", so Medienminister Andreas Babler (SPÖ) zum Rücktritt von ORF-Chef Roland Weißmann. Die Entscheidung über die Nachfolge sei Sache des Stiftungsrats, aber: Dem ORF und der Gesellschaft "täte es gut, wäre die Nachfolge eine Generaldirektorin", so Babler.

Lob für Thurnher nach Weißmann-Rücktritt

"Wir müssen als Gesellschaft Sexismus und der strukturellen Benachteiligung von Frauen entschieden entgegenwirken. Das gilt auch und insbesondere für den ORF", so Babler am Montag in einer Stellungnahme. Mit Ingrid Thurnher übernehme eine überaus erfahrene und höchst kompetente Medienmanagerin die Führung des Unternehmens, meinte SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim. Im nächsten Schritt gehe es um einen transparenten Prozess der Neubestellung einer ORF-Generaldirektorin bzw. eines ORF-Generaldirektors. Knapp fiel die erste Reaktion der Kanzlerpartei aus. "Wir nehmen die Entscheidung von Roland Weißmann zur Kenntnis. Volle Aufklärung und Transparenz sind jetzt das Gebot der Stunde. Weitere Schritte zu definieren, ist nun die Aufgabe des Stiftungsrats", erklärte ÖVP-Mediensprecher Nico Marchetti in einem Statement.

NEOS für ORF-Strukturreform

Die Politik in der Pflicht sah der kleinste Koalitionspartner NEOS. Im Zuge der geplanten ORF-Reform müssten Strukturen geschaffen werden, damit potenzieller Machtmissbrauch nicht mehr möglich sei, betonte die pinke Mediensprecherin Henrike Brandstötter gegenüber der APA. Nötig sei eine unabhängige kompetente Stelle, an die sich Betroffene wenden können und Respekt und Unterstützung erhalten. Die Politik habe nun dafür zu sorgen, dass bei der Bestellung des neuen ORF-Generaldirektors beziehungsweise der neuen Generaldirektorin ein transparentes, professionelles und objektives Verfahren gewährleistet sei, erklärte NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos in einer Aussendung. "Nur absolute Transparenz kann wieder Vertrauen in den ORF schaffen."

Grüne begrüßen Weißmann-Rücktritt

Auch die Grünen begrüßten den Rücktritt Weißmanns als "richtigen und notwendigen Schritt, um weiteren Schaden vom ORF abzuwenden". Der gesamte ORF benötige "eine Unternehmenskultur und Strukturen, die Machtmissbrauch verhindern, Betroffene schützen und ein sicheres Arbeitsumfeld schaffen, in dem Respekt und Integrität selbstverständlich sind", so Mediensprecherin Sigrid Maurer. Politik und Medienöffentlichkeit seien außerdem gefordert, verantwortungsvoll zu handeln und die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Frau uneingeschränkt zu achten, forderte sie.

FPÖ benutzt Weißmann-Rücktritt für Angriff auf ORF

Die Freiheitlichen nutzten die Gelegenheit dagegen, um einmal mehr eine "Totalreform" des ORF zu fordern. Jetzt habe der ORF die Chance, "seine selbstgewählte Rolle als zwangssteuerfinanzierter Regierungslautsprecher aufzugeben und sich wieder seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu widmen", meinte der blaue Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker in einer Aussendung.

(APA/Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]